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Photo/Politics/Austria


Donnerstag, 12. Juli 2018 bis Sonntag, 03. Februar 2019

Die Ausstellung Photo/Politics/Austria unternimmt eine fotografische Zeitreise durch die österreichische Geschichte von 1918 bis zur Gegenwart. Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes und zeigt rund 100 Werke aus der Fotosammlung des mumok, ergänzt um Leihgaben ausgewählter nationaler und internationaler Institutionen. Durch die Linse von Fotograf_innen wie Friedl Dicker, Seiichi Furuya, Ernst Haas oder Dora Kallmus entsteht ein collageartiges Bild von 100 Jahren österreichischer Zeitgeschichte als vielgestaltiges Panorama des Landes in einer wechselvollen Zeit.

Der deutsche Journalist, Soziologe, Filmtheoretiker und Geschichtsphilosoph Siegfried Kracauer, der vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in die USA emigrieren musste, stellte sich der Frage, wie Geschichte überhaupt beschreibbar ist, und sah zwischen Historiografie und Fotografie entscheidende Parallelen. In seinem letzten, unvollendeten Werk Geschichte – Vor den letzten Dingen (2009, Frankfurt am Main) setzte sich Kracauer mit Überlegungen auseinander, die er gerade aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Film und Fotografie gewonnen hatte.

Die österreichische Geschichte von 1918 bis 2018 ist von einem Wechselspiel der Ereignisse geprägt: Nach dem Ende der Monarchie, den beiden Weltkriegen, dem Holocaust und seinen verheerenden Folgen war auch die Nachkriegszeit von Krisen und Umbrüchen bestimmt, die den Künstler_innen politische Überzeugung abverlangten. Keine Fotografie hat per se eine politische Dimension, ihre Wirkungsmacht wird ihr erst durch den Text und den Kontext verliehen. Ist sie allerdings erst im Bewusstsein verankert, beeinflusst sie gleichsam ikonisch unsere Vorstellung von vergangenen Ereignissen. Beispielhaft seien hier die Werke von Heimrad Bäcker – dessen fotografischen Nachlass das mumok besitzt –, Herbert Bayer, Günter Brus, Friedl Dicker, Seiichi Furuya, Ernst Haas, Dora Kallmus oder Gerhard Rühm zu nennen. Wie Kracauer feststellte, geht es darum, die Lebenswelt als ein Konglomerat von besonderen Ereignissen, Entwicklungen und Situationen zu erfassen.
Photo/Politics/Austria verfügt über das Potenzial, die österreichische Geschichte mithilfe der gezeigten Fotografien aus einer neuen Perspektive zu präsentieren.


Kuratiert von Monika Faber und Susanne Neuburger

Ausstellungstickets: € 12,– / 9,– / 8,–