Sie sind hier

WOMAN

FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970er-Jahre aus der SAMMLUNG VERBUND


Samstag, 06. Mai 2017 bis Sonntag, 03. September 2017
  • facebook
  • twitter

Mit über 300 Kunstwerken aus der SAMMLUNG VERBUND zeigt das mumok, wie Künstlerinnen in den 1970er-Jahren zum ersten Mal ein eigenes „Bild der Frau“ kollektiv neu kreierten. Da diese wichtige künstlerische Bewegung bisher zu wenig Beachtung in der Kunstgeschichte fand, prägte Sammlungsdirektorin Gabriele Schor den Begriff „feministische Avantgarde“ und brachte ihn in den kunsthistorischen Diskurs ein, um die Pionierleistung dieser Künstlerinnen hervorzuheben. Damit erweiterte sie den männlich dominierten Kanon der Avantgarden.

In den 1970er-Jahren emanzipierten sich die Künstlerinnen von der Rolle als Muse und Modell, das heißt, sie emanzipierten sich von ihrem Objektstatus hin zum Subjekt, das aktiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen teilnimmt. Eindimensionale Rollenzuweisungen als Mutter, Haus- und Ehefrau wurden ironisch und radikal hinterfragt. Zentrale Themen waren weibliche Sexualität, der eigene Körper, Klischees und Stereotype eines Frauenbildes, das Diktat der Schönheit sowie Gewalt gegen Frauen. Die Ablehnung tradierter, normativer Vorstellungen verbindet das Engagement der Künstlerinnen dieser Generation, auch wenn sie sich untereinander nicht alle kannten.

Vor dem Hintergrund der erstarkenden Bürgerrechts- und Frauenbewegung wurden die Anliegen von Frauen zunehmend öffentlich diskutiert. Eine wichtige Losung war: „Das Private wird politisch“ – somit verschafften sich Frauen mit quasipersönlichen Anliegen vermehrtes Gehör in der Öffentlichkeit. Sie formierten feministische Netzwerke, organisierten Ausstellungsmöglichkeiten, schrieben Manifeste und gründeten zahlreiche Zeitschriften und Magazine. Für ihre Kunst setzten sie bewusst historisch „unbelastete“ Medien wie Fotografie, Video und Film ein. Auch Performances und Aktionen waren – entgegen der männlich dominierten Malerei – bevorzugte Ausdrucksmittel.

Die Ausstellung zeigt Werke von insgesamt 47 europäischen, nord- und südamerikanischen Künstlerinnen, darunter Eleanor Antin, Helena Almeida, Lynda Benglis, Renate Bertlmann, Lynda Christanell, Lili Dujourie, VALIE EXPORT, Sanja Ivekovic, Birgit Jürgensson, Ketty La Rocca, Karin Mack, Ana Mendieta, Rita Myers, Orlan, Gina Pane, Ewa Partum, Margot Pilz, Ulrike Rosenbach, Martha Rosler, Carolee Schneemann, Cindy Sherman, Hannah Wilke und Martha Wilson.


Kuratiert von Gabriele Schor (Direktorin, SAMMLUNG VERBUND) mit Eva Badura-Triska

Ausstellungstickets: € 11,– / 8,50 / 7,50

Begleitprogramm