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Sandra Schäfer

Staging is Politics


Mittwoch, 22. Juni 2016, 20:00
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Sandra Schäfer befasst sich in ihren Filmen mit Inszenierungsformen des Politischen. In den drei hier versammelten Arbeiten geht es um mediale Manifestationen in Bezug auf drei verschiedene politische Schauplätze. Den Ausgangspunkt bildet die Revolution, wie sie 1979 vom Iran ihren Ausgang nahm: on the set of 1978ff beleuchtet dokumentarisches Material, das Ende der 1970er-Jahre vor Ort produziert wurde. Die medialen und diskursiven Zeugnisse werden aus der Perspektive mehrerer, damals involvierter Gesprächspartner_innen einer Neubetrachtung unterzogen. Dabei werden Wege, welche die damalige Revolution nicht beschritten hat, in all ihrer historischen Kontingenz aufgezeigt. The Making of a Demonstration führt 23 Jahre später nach Afghanistan, wo Frauen gegen das von den Taliban verordnete Arbeitsverbot demonstrieren – in einer aufwändigen Spielfilmproduktion, deren Prozedere The Making of a Demonstration detailreich unter die Lupe nimmt. Einer Themenpark-Inszenierung ganz anderer Art ist Mleeta gewidmet, nämlich der gleichnamigen Festung im Südlibanon. Diese, einst Rückzugsort der Hisbollah vor der israelischen Besatzung, ist heute eine beliebte „Jihadi tourist site“ und wird in Schäfers Split-Screen-Arbeit anhand inszenatorischer Parameter erschlossen.

Filmprogramm

Sandra Schäfer, The Making of a Demonstration, 2004, 12 min
Sandra Schäfer, on the set of 1978ff, 2011, 58 min
Sandra Schäfer, Mleeta, 2016, 12 min


Anschließend Gespräch zwischen Sandra Schäfer und Christian Höller.

Sandra Schäfer lebt in Berlin. Ausstellungen / Festivals (Auswahl): Traversing the Phantasm, Berlinale Forum Expanded, Akademie der Künste Berlin (2016), global aCtIVISm, Zentrum für Kunst und Medientechnologien (ZKM), Karlsruhe (2013), the shape of truth changes & shapes the truth, Depo, Istanbul (2012), Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen, Frankfurter Kunstverein (2012).

Christian Höller ist Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift springerin – Hefte für Gegenwartskunst.

  • Mit freundlicher Unterstützung
€ 6,– / ermäßigt € 4,50