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Detail

Hains, Raymond
Seita, 1964
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Objektkategorie Allgemein
Objektbeschreibung Holz, Plastikmasse, Ölfarbe auf Holz
Maße
Rahmenmaß: Höhe: 105,8 cm, Breite: 95,2 cm, Tiefe: 12,5 cm
Objektmaß: Höhe: 95 cm, Breite: 86 cm, Tiefe: 7 cm
Inventarnummer B 423/0
Erwerbungsjahr 1978
Creditline mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln
Rechteverweis Bildrecht, Wien
Weitere Infos GND

1964 stellt Raymond Hains zum ersten Mal in der Galleria del Leone in Venedig seine überdimensionalen Streichholzbriefchen aus. Die Titel der Werkserien „Seita“ und „Saffa“ sind die Akronyme eines französischen Tabak- und Zündholzunternehmens und einer italienischen Streichholzfirma. Auf den Einladungskarten für die Ausstellung sollten ursprünglich nur die Namen Seita und Saffa aufgelistet sein – als „fiktive Künstler und Brandstifter“, so Hains, der sich als ihr Agent präsentiert. „Seita“ ist die Monumentalisierung eines trivialen Objekts des Alltags. Die Streichholzbriefchen dienen in erster Linie als Werbegeschenke, die zwar klein und wertlos sind, aber doch ein hochkomplexes Produkt darstellen. Auf der Außenseite des hier umgeklappten Kartonheftchens ist für gewöhnlich das Logo der jeweiligen Firma angebracht. Hains stellt die Streichholzheftchen in 20-facher Vergrößerung so realistisch wie möglich dar. Für die Streichhölzer, die in einem Holzkamm vereint sind, wählt er als Material Holz und bemalt die Streichholzkappen in einem hellen Grauton. Die braune Reibefläche scheint abgenützt, als wären die fehlenden, abgebrochenen Streichhölzer gerade benutzt worden. Raymond Hains zählt zu den Hauptvertretern des Nouveau Réalisme und wird eigentlich durch seine Werke als „Plakatabreißer“ bekannt. Die sogenannten Affichisten setzen sich bereits in den 1950er-Jahren mit der Konsumwelt auseinander und machen sie zum Gegenstand ihrer künstlerischen Gestaltung, indem sie Plakate samt ihrem Untergrund auf der Straße einsammeln und in den Ausstellungsraum bringen. Auch bei der Serie der Streichholzbriefchen nimmt der Künstler direkten Bezug auf den Nouveau Réalisme, indem er ein wertloses Werbegeschenk durch Vergrößerung und Entfremdung zum Kunstgegenstand erklärt.