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Detail

Monory, Jacques
Hypersensitive, 1970
© mumok
Titelübersetzung Überempfindlich
Objektkategorie Gemälde
Objektbeschreibung Öl auf Leinwand
Maße
Objekt: Höhe: 202 cm, Breite: 152 cm
Rahmen: Höhe: 206,3 cm, Breite: 154,6 cm, Tiefe: 6,2 cm
Material
Malschicht: Ölfarbe
Träger: Leinwand
Technik
Objekt: Ölmalerei
Inventarnummer ÖL-Stg 119/0
Erwerbungsjahr 1981
Creditline mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung
Rechteverweis Bildrecht, Wien
Weitere Infos GND

„Ich bin ein Maler des Kinos. Citizen Kane hat mich mehr beeindruckt als Veronese“ sagt Jacques Monory. Kein Wunder also, dass seine Bilder dem Film und der Fotografie näher stehen als der Malereigeschichte. Der 1934 geborene Künstler zählt zu der Gruppe der „Figurativen Narration“. Diese Bewegung formiert sich in den 1960er-Jahren in Frankreich und wird neben dem zeitgleichen Neuen Realismus als europäische Variante der amerikanischen Pop Art gesehen. Wie für viele Künstler und Künstlerinnen dieser Zeit ist auch für Jacques Monory die mediale Bilderwelt Grundlage und Ausgangspunkt seiner Kunst. Monory, der neben der Malerei auch als experimenteller Filmemacher arbeitet, entwickelt ab den 1960er-Jahren einen unverwechselbaren Stil, der Malerei, Fotografie und Film zusammenführt. Motivwahl, Bildausschnitt und Rahmung greifen Elemente des Films auf, die Farbpalette wird reduziert und lässt die Malerei wie durch einen Blaufilter erscheinen. "Hypersensitive" ist ein charakteristisches Beispiel seiner Arbeit: wir sehen eine junge Frau mit einem Jungen in einer parkähnlichen Landschaft. Die Bilderfolge erinnert an Filmstills und zeigt sechs zeitlich knapp versetzte Ansichten der groß dargestellten Szene. Monory bedient sich hier der filmischen Praxis des so genannten „fixed image“, des angehaltenen Bildes. Dieser Kunstgriff beruht darauf, Kameraführung und Handlung an Stellen mit starkem emotionalem Gehalt gleichzeitig zu unterbrechen, um eine besondere Dramatik und Spannung zu erzeugen. In Kombination mit dem typischen Monory-Blau, auch ein Trick aus dem Film, erscheint die dargestellte Szenerie traumhaft entrückt. Der Blaufilter wird in der Filmkunst verwendet, um Nachtszenen am Tag drehen zu können. Dieses Day-for-Night-Verfahren ist vor allem bei US-amerikanischen Serien eingesetzt worden und wird daher auch „Amerikanische Nacht“ genannt. Zu dieser offensichtlichen Künstlichkeit, die diese Szenen ausstrahlen, meint Monory: „Das Blau hat einen bestimmten Sinn. Es ist der Ausdruck des Wunsches nach dem Unmöglichen. (...) Indem ich Dinge in Blau tauche, deute ich an, dass es sich bei dem so realistisch Erscheinenden auf gewisse Weise um Illusionen handelt.“