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Detail

Prina, Stephen
As He Remembered It, Living Room Category Harris, Living Room, (Den), No. 1 Harris, Living Room, (Den), No. 2 Hiler, Living Room, (Den), No. 3, 2011
Objektkategorie Allgemein
Objektbeschreibung Acryllack auf PUR-Lack auf Pappelsperrholz, Leinen und Metall
Maße
No.1: Höhe: 155 cm, Breite: 595 cm, Tiefe: 166 cm
No.2: Höhe: 163 cm, Breite: 412 cm, Tiefe: 140 cm
No.3: Höhe: 218 cm, Breite: 397 cm, Tiefe: 74 cm
Gesamtmaß: Höhe: 218 cm, Breite: 360 cm, Tiefe: 1090 cm
Inventarnummer P 704/0
Erwerbungsjahr 2016
Creditline mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Rechteverweis Prina, Stephen
Weitere Infos GND

Im Schaufenster eines Geschäftes in Los Angeles sah Stephen Prina zufällig ein Möbelstück des österreichischen Architekten Rudolph Schindler. Diese Begegnung war Ausgangspunkt für die Arbeit „As he remembered it“. Wie für Schindlers Möbelentwürfe üblich, war es ein Einbaumöbel und genau auf die Architektur des Raumes abgestimmt. Für den Verkauf war es zu einem Einzelstück umgebaut worden und so aus seinem Kontext gerissen. „Es war nahezu grausam, damals das Möbel zu sehen“, erzählt Prina, „so als wäre es ein abgetrennter Körperteil.“ Er merkt an, dass es sich dabei um eine Art umgekehrten Phantomschmerz handelte, bei dem das abgetrennte Möbel den Betrachtenden auf unangenehme Weise an den verlorenen Körper, das Haus, gemahnt. „Ich habe es neulich einem Freund beschrieben, und dieser verglich es mit den Phantomschmerzen bei einem abgetrennten Körperglied […]. Später wurde mir aber bewusst, dass es nicht wirklich so ist. Es ist vielmehr der Phantomkörper, denn er ist es, der fehlt, der Körperteil ist da.“ Prina ließ 28 Einbaumöbel aus Häusern von Schindler anhand von Plänen nachbauen. Schindler verstand Architekturpläne lediglich als Vorschlag. Die Ausführung sollte vom Prozess des Bauens und der währenddessen zu treffenden Entscheidungen bestimmt sein. Die prozesshafte, von Entscheidungen, äußeren Umständen und Zufällen bestimmte Vorgehensweise führte für Schindler auf eine Realisierung zu. Indem Prina ein ähnliches Verfahren anwendet, kritisiert er Bedingungen der Konzeptkunst, die versucht, individuelle Erfahrung oder temporäre Gegebenheiten zu ignorieren. Prina verankert „As he remembered it“ zum Beispiel klar im Herstellungsjahr 2011, indem er die Arbeit mit der „Farbe des Jahres“ bemalt hat: „Pantone Honeysuckle 2011 Color of the Year“.