SUCHE

Das mumok ist bis 6. Juni 2024 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Alle Informationen zum Sanierungsprojekt und zu unserem Alternativprogramm finden Sie hier.

Detail

Fuchs, Ernst
Allegorie, 1951
Slider Previous Slider Next
1/2© mumok
2/2© mumok
Objektkategorie Allgemein
Objektbeschreibung Mischtechnik auf Papier auf Holz
Maße
Rahmenmaß: Höhe: 38,5 cm, Breite: 51 cm, Tiefe: 6,5 cm
Objektmaß: Höhe: 20 cm, Breite: 30 cm
Inventarnummer B 601/0
Erwerbungsjahr 1983
Creditline mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Rechteverweis Bildrecht, Wien
Weitere Infos GND, ULAN

Die Arbeit des österreichischen Malers Ernst Fuchs trägt den Titel „Allegorie“. Was genau hier allegorisch dargestellt werden soll, bleibt allerdings rätselhaft. Eine nackte Frau, die in ihrer weichen, überzeichneten Körperlichkeit an gotische Madonnen des 14. Jahrhunderts erinnert, scheint ein mittelalterliches Streichinstrument zu stimmen. Neben ihr trägt ein backenbärtiger Mann einen Anzug ähnlich einer zweiten Haut. Er hält die blaue Blume der Romantik in der Hand, und gleichzeitig hängt ihm eine Gasmaske über der Brust. Die beiden Figuren stehen gemeinsam in einem steinernen Sarkophag. Die Szene lässt an Bilder des auferstandenen Christus denken, der aus dem Grab steigt. Der Sarkophag ist mit dem Relief eines Lindwurms verziert, und eine vieleckige Glaskaraffe ist auf seinem Rand platziert. Dahinter öffnet sich eine eigenartige Landschaft mit schroffen Bergen und einem ruhig daliegenden See. Der goldene Rahmen beschneidet allerdings auf beunruhigende Weise die Köpfe des Paares. Das rätselhafte Bild wird der Wiener Schule des Phantastischen Realismus zugerechnet, die Ernst Fuchs zusammen mit seinen Studienkollegen Wolfgang Hutter, Arik Brauer, Rudolf Hausner und Anton Lehmden begründet. Diese österreichische Kunstrichtung steht dem Surrealismus nahe und orientiert sich gleichzeitig an den alten Meistern wie Pieter Breughel oder Künstlern der italienischen Renaissance. Bei Ernst Fuchs lassen sich dabei nicht nur motivisch Parallelen finden, sondern auch in der akribischen Anwendung einer schon vergessenen Maltechnik. Er arbeitet mit Eitempera und Harzölfarblasuren. Diese Schichtenmalerei eignet sich Fuchs über die Lektüre eines Standardwerks der Malereirestaurierung an. So entstehen in akribischer Feinmalerei altmeisterlich anmutende Tafelbilder mit mythisch-spirituellen Motiven, über die Ernst Fuchs sagt: „Ich war immer befasst mit einer Malerei, die jene Bilder wiedergibt, die andere Menschen in Träumen oder Halluzinationen sehen.“ Und was werden Sie heute Nacht wohl träumen?