Donnerstag, 24. September 2026, 19 bis 22 Uhr
Listening Session
Blessed and blushing, Dan Bodan, Keta Gavasheli
Für einen Abend verwandelt sich Ebene -2 des mumok in eine Bühne für experimentelle Musik. Klänge zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Tonband, Stimme und KI-generiertem Sample, zwischen Euphorie und Melancholie – geschichtet, unperfekt, mal fragmentiert, mal treibend. Musik zum Hinsetzen und Hinlegen, ebenso wie zum genauen, aktiven Hinhören.
Die Listening Session findet innerhalb von Tolia Astakhishvilis Ausstellung Figure of the Child statt, in den von der Künstlerin für den Raum geschaffenen Hosting-Strukturen. Künstler*innen, deren Arbeit Astakhishvilis Welt auf eigene Weise weiterdenkt, laden an diesem Abend zu einem nahen, konzentrierten Zuhören ein.
Programm
First Utter ist ein hybrides Set / eine Performance von Keta Gavasheli aus Kassettenaufnahmen, Stimme, Bewegung und akustischer Gitarre, das Mutterschaft, Distanz, Dialog und den instabilen Raum zwischen Erinnerung und Stimme erkundet. Es entsteht aus einem fortlaufenden Austausch mit der Mutter der Künstlerin, die in Georgien lebt – einer Leseübung über die Distanz hinweg, bei der beide am Telefon Texte über Mutterschaft lesen und übersetzen. Fragmente von Mina Loys Parturition, Bernadette Mayers Midwinter Day und Clarice Lispectors Água Viva treten neben Feldaufnahmen, Alltagsgeräuschen und akustischer Gitarre in diesen Klangraum.
Der in Paris ansässige Künstler Blessed and blushing arbeitet multidisziplinär. Er samplet ausschließlich Audiomaterial, das mit KI-Programmen generiert wurde, und gilt als Pionier dieser Praxis. Seine Musik bewegt sich zwischen loop-basiertem Hip-Hop, nostalgischem Pop und Dance-Elementen, mit Vocals, die im Uncanny Valley changieren. Seine Arbeit erzeugt ein Gefühl falscher Nostalgie: Klänge, die an vertraute Songs erinnern, jedoch stets von einer KI-bedingten Dissonanz durchzogen sind.
Dan Bodan ist ein musikalisches Projekt aus Berlin, bekannt für seine Pop-Veröffentlichungen auf DFA Records. Neben seiner Solomusik bewegt er sich immer wieder auch in der zeitgenössischen Kunstwelt – als Komponist für Kammermusik und Film sowie in Zusammenarbeit mit bildenden Künstler*innen an multimedialen Projekten in ganz Europa. Im mumok spielt er Songs von seinem kommenden Album Dog Album (Plot Toy, erscheint im Herbst 2026).
Mehr Informationen zu Tolia Astakhishvili, Figure of the Child.
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Ermäßigte Tarife gelten ausschließlich in Verbindung mit einem Lichtbildausweis.
Während unserer Veranstaltung werden Foto-, Ton- und Filmaufnahmen gemacht. Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass dieses Material zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation (z. B. Website, Social Media) verwendet und veröffentlicht werden kann.
Foto: Philipp Zöhrer