Ausstellung |
20. Juni bis 1. November 2026
Tolia Astakhishvili
Kuratiert von Fatima Hellberg und Manuela Ammer
Einem wiederkehrenden Motiv in Tolia Astakhishvilis Werk folgend, nimmt die erste museale Einzelausstellung der georgischen Künstlerin die „Figur des Kindes“ als Ausgangspunkt. In diesem Kontext steht das Kind für ein Wesen von großer geistiger und gestalterischer Autonomie, das zugleich stark auf andere Menschen angewiesen ist. Dieses Konzept fungiert als Übung in Vorstellungskraft, die das Potenzial und die Grenzen von Empathie auslotet – ausgehend von der gemeinsamen Erfahrung, dass wir alle einst selbst Kinder waren. In Bezug auf räumliche Umgebung, Maßstab und Prekarität verkörpert die Figur des Kindes einen Seinszustand, in dem Unsichtbarkeit oft mit voller Härte erfahren wird. Entsprechend richtet Astakhishvili in der Ausstellung ihr Augenmerk auf das Erlebnis von Kunst selbst, das sich über Bewegung und Berührung entfaltet und sich bewusst von den Konventionen musealer Präsentation löst. Der Gedanke der „ersten Begegnung“, wie Kinder ihn in der erstmaligen Erfahrung eines Phänomens erleben, bildet dabei den Schlüssel zu einer neuen Art des Erlebens.
Tolia Astakhishvili (* 1974, Tiflis, Georgien) lebt und arbeitet in Berlin und Tiflis. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen to love and devour in der Nicoletta Fiorucci Foundation Venedig (2025), between father and mother im SculptureCenter, New York (2024), The First Finger (chapter II) im Haus am Waldsee, Berlin (2023) sowie The First Finger im Bonner Kunstverein, Bonn (2023). Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Gruppenausstellungen zu sehen, zuletzt im MoMA PS1, New York (2025), in der Fondation Pernod Ricard, Paris (2025) und im Museo de Arte Contemporáneo de Roma, Rom (2024).
Bild
Courtesy Studio Tolia Astakhishvili