You are here

Hyper Real

Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie


Friday, October 22, 2010 to Sunday, February 13, 2011

Ende der 1960er-Jahre entstand neben der Pop Art eine neue realistische Kunst, die mit den traditionellen Mitteln der Malerei den direkten Vergleich mit der Wirklichkeit des Films, des Fernsehens und der Fotografie suchte. Als Fotorealismus, Super Realism, Radikaler Realismus, New Realism oder Hyper Realism wurde diese Malerei, die die individuelle künstlerische Geste gezielt hinter den Wunsch stellte, reine Abbilder zu schaffen, bezeichnet. Künstler wie Richard Estes, Ralph Goings, Robert Bechtle, Malcolm Morley, Don Eddy und Chuck Close bezogen sich auf die Welt als Bild. Sie übersetzten unspektakuläre Vorlagen wie Schnappschüsse, Amateurfotos oder Zeitungsausschnitte häufig mithilfe von Diaprojektionen in großformatige Bilder. Dies machte sie auch zu Chronisten des American Way of Life der späten 1960er- und 1970er-Jahre. In den chromblitzenden Oberflächen der Autos, der Opulenz der Schaufensterauslagen oder den übergroßen Porträts von Celebrities stellen sie immer wieder die Frage nach dem Stellenwert der Malerei und der Realität des Bildes.

Die Ausstellung zeigte den Fotorealismus im Kontext der Pop Art mit Hauptwerken von Roy Lichtenstein, Andy Warhol oder Tom Wesselmann. Das Spektrum realistischer Malerei wurde ergänzt durch die zeitgenössische Farbfotografie, die bis in die 1970er-Jahre ein Massenprodukt für Amateure war und in Werbung und Unterhaltungsindustrie verwendet wurde, sich aber innerhalb eines Jahrzehnts einen festen Platz in der Kunst eroberte. Neben dem Fokus auf Amerika belegen europäische Künstler wie Gerhard Richter, Domenico Gnoli, Jean Olivier Hucleux oder Richard Hamilton die schnelle Verbreitung realistischer Tendenzen. Die Wechselwirkung von Malerei und Fotografie in der Gegenwart zeigten bedeutende internationale Positionen von Jeff Wall, Candida Höfer, Andreas Gursky, Thomas Ruff oder Thomas Struth.


Kuratiert von Susanne Neuburger und Brigitte Franzen

  • Hauptsponsor der Ausstellung
  • mumok Partner
  • Medienpartner

Buch zur Ausstellung

Mehr über die Sammlung