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Steve Reinke. Edition

mumok live


Diese winzigen Arbeiten sind dazu gedacht, zu amüsieren und zu verführen. Sie sollen uns daran erinnern, dass es wohl einmal eine Zeit gab, in der Poesie von Bedeutung war. Sie ähneln Haustieren mit einem begrenzten Sprachvermögen (Papageien, Hunde), aber endloser formaler Faszination. Sie sind digitale Paul Klees – es gibt keine Linien mehr, die man spazieren führen könnte, nur Pixel, in Rastern angeordnete Pixel. Rimbaud stellte sich vor, dass jeder Vokal eine eigene Farbe hätte, aber tatsächlich kann jedem Buchstaben jede Farbe zugeordnet werden. Sollen die einzelnen Buchstaben allerdings zusammen einen Sinn ergeben, müssen alle dieselbe Farbe haben. Worte sind dumm, aber sie lassen Muster – sogar faule, unvollständige Muster – hinreißend intelligent, supergewitzt erscheinen. Bezaubernd. Aber natürlich immer noch bescheiden. Winzige, unschuldige, post-lyrische Haustiere, die sich frei in der Wohnung bewegen oder, wenn nötig, gerahmt werden können.

Steve Reinke

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