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Durchkreuzte Repräsentationen

Joyce Wieland und das filmische Porträt (1)


Mittwoch, 22. November 2017, 19:00
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Die kanadische Künstlerin und Filmemacherin Joyce Wieland (1931-1998) spielte nicht nur eine maßgebliche Rolle im New Yorker Umfeld des strukturellen Films der 1960er-Jahre, sondern gilt aufgrund ihrer Verknüpfung nationaler und feministischer Anliegen ebenso als zentrale Figur der kanadischen Kunstszene seit den 1970er-Jahren. Zwei Abende rücken Wielands Filmschaffen zwischen politischer Öffentlichkeit und autobiografischer Privatheit ins Zentrum. Das Programm versucht sich dabei einerseits an einer genealogischen Bestimmung von Wielands Porträtfilmen im Kontext der New Yorker Filmavantgarde der 1960er-Jahre und darüber hinaus und macht andererseits die Relevanz dieser Filme für die Gegenwartskunst sichtbar.

Kuratiert von Bettina Brunner
 

„…what we understood as something we understood something about together.“ (Joyce Wieland)

Im Zentrum des ersten Abends steht Wielands 1972 entstandene Filmarbeit Pierre Vallières, die den gleichnamigen frankokanadischen Journalisten und Wortführer einer politisch radikalen Separatistenbewegung im extremen Close-Up dabei zeigt, wie er sein polemisches Programm für ein unabhängiges Québec proklamiert. Im Rahmen eines Vortrags, eines Kurzfilmprogramms und eines Gesprächs mit der britischen Filmwissenschaftlerin Lucy Reynolds soll Wielands Arbeit in ihrer zentralen Bedeutung für die Entwicklung eines filmischen Porträts diskutiert werden, das sich zwischen politischer Dokumentation und medienreflexiver Filmavantgarde ansiedelt.

Programm

Joyce Wieland, Pierre Vallières, 1972, 33 min
Vortrag: Bettina Brunner, ‘Pierre Vallières’ and the filmic portrait
Respondenz: Lucy Reynolds

Joyce Wieland, Solidarity, 1973, 11 min
Luke Willis Thompson, Cemetery of Uniforms and Liveries, 2016, 9 min
Joyce Wieland, Handtinting, 1967-1968, 6 min
Laure Prouvost, It, Heat, Hit, 2010, 6 min

Vorgestellt von Bettina Brunner und Lucy Reynolds

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Bettina Brunner arbeitet an der Schnittstelle von kuratorischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung im Bereich des Avantgardefilms und der Gegenwartskunst. Ihr 2017 an der Akademie der bildenden Künste Wien abgeschlossenes Dissertationsprojekt Eine durchkreuzte Geschichte des strukturellen Films befasst sich unter anderem mit Wielands Arbeiten aus der Perspektive der New Yorker Filmavantgarde.

Lucy Reynolds (University of Westminster, London) ist Filmwissenschaftlerin, Kuratorin und Künstlerin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Fragen zu bewegten Bildmedien, Feminismus, politischem Raum und kollektiver Praxis.

  • Mit freundlicher Unterstützung
€ 6,– / ermäßigt € 4,50