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Radio Death, Radio Love: Blonde Cobra & Christmas on Earth

Better Talked About Than Seen | Das Andy Warhol Film- und Diskussionsprogramm


Samstag, 3. Dezember 2022, 18 Uhr

Better Talked About Than Seen
Das Andy Warhol Film- und Diskussionsprogramm

Fast 30 Jahre nach Andy Warhols Tod ist sein filmisches OEuvre immer noch nicht vollständig erschlossen. Seit den 1980er-Jahren arbeiten das Museum of Modern Art und das Whitney Museum of American Art kontinuierlich und unermüdlich „am größten Archivforschungsprojekt in der Geschichte des amerikanischen Avantgarde-Kinos.“ Nachdem Warhol 1972 seine Filme selbst der Öffentlichkeit entzogen hatte, konnte er davon überzeugt werden das Unterfangen der beiden Museen zu unterstützen. Nichtsdestotrotz muss davon ausgegangen werden, dass seine Filme zu Lebzeiten nur selten oder fernab der Öffentlichkeit gezeigt wurden – daran hat sich bis zum heutigen Tag kaum etwas geändert. Wie Warhol selbst so passend formulierte: „They’re better talked about than seen“ (Flash Art, April 1987). Im Rahmen der Ausstellung ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative stellt das Programm Better Talked About Than Seen Warhols filmisches Œuvre in den Fokus: Anhand einer spezifischen Auswahl von Filmen und ausgehend von aktuellen Forschungsansätzen – von Expert*innen wie Donna De Salvo, Neil Printz, Claire K. Henry, Maja Naef sowie Susanne Sachsse und Marc Siegel – geht es auch um eine historische sowie diskursive Kontextualisierung. Anders gesagt: Es geht nicht nur um das Zeigen, sondern auch um das Sprechen über die Filme.

Samstag, 3. Dezember 2022, 18 Uhr
Radio Death, Radio Love: Blonde Cobra & Christmas on Earth

Bei den frühen Aufführungen seines Filmes Sleep von 1963 platzierte Andy Warhol ein kleines Radio auf der Balustrade. Er bediente sich damit einer in der Pop Art und der Underground-Film-Szene häufiger eingesetzten intermedialen Praxis. Das Programm präsentiert zwei sehr unterschiedliche Beispiele der Erweiterung des Kinos durch die Verwendung von Radio: Blonde Cobra (Ken Jacobs/Bob Fleischner, 1959-1963), ein tragikomisches Porträt von Jack Smith, und Christmas on Earth (Barbara Rubin, 1963-1965), eine schmerzhaft schöne, laszive 16mm-Filmperformance mit Doppelprojektion. Live-Radio-Begleitung von Susanne Sachsse.

Programm

Ken Jacobs/Bob Fleischner, Blonde Cobra, 1959–63, 16mm, Ton und Live-Radio-Begleitung, 33 min
Barbara Rubin, Christmas on Earth, 1963–65, 16mm (2 Filme, ineinander projiziert), s/w, Farbfilter vor dem Projektor, Live-Radio-Begleitung, 29 min

Kuratiert und vorgestellt von Marc Siegel & Susanne Sachsse

Die Schauspielerin Susanne Sachsse spielte in einer Reihe von Filmen von Bruce LaBruce darunter The Raspberry Reich (2004), Pierrot Lunaire (2014) und Die Misandristinnen (2017). Sie hat zudem in unterschiedlichen Performance-, Film- und Kunstprojekten mit Yael Bartana, Jonathan Berger, Zach Blas, Phil Collins, Vaginal Davis, Heinz Emigholz, Laibach, Ligia Lewis, Josiah McElheny, Vegard Vinge, Ida Müller und Xiu Xiu gearbeitet. Als Helene Duldung war sie an Natascha Süder Happelmanns Projekt für den Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2019 beteiligt. 2019 wurde Sachsses Hörspiel Original Sin. Der Gang der Frau im Sozialismus vom NDR ausgestrahlt.

Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In seiner Forschung und seinen Publikationen widmet er sich Fragen der Queer Studies und des Experimentalfilms. Sein Buch A Gossip of Images erscheint in Kürze bei Duke University Press. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen zählen „Longing Is Your Own Affair (I Always Remained Underground)“ in Werner Schroeter, hrsg. von Roy Grundmann (Österreichisches Filmmuseum Synema, 2018) und das von ihm mitherausgegebene Buch Film Culture 80: The Legend of Barbara Rubin (Spector Books, 2018). Außerdem erscheint demnächst Easier than Painting. Die Filme von Andy Warhol, herausgegeben zusammen mit Henning Engelke.

 


Das Programm Better Talked About Than Seen entstand anlässlich der Ausstellung ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative (25. September 2020 – 30. Mai 2021, Kuratorin: Marianne Dobner).

Kuratiert von Donna De Salvo & Neil Printz, Claire K. Henry, Maja Naef sowie Susanne Sachsse & Marc Siegel, in Zusammenarbeit mit Marianne Dobner & Naoko Kaltschmidt, Organisation: Barbara Schneider, Projektionist: Wolfgang Konrad

 

  • Mit freundlicher Unterstützung
€ 6,– / ermäßigt € 4,50