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mumok APPetizer – Hanne Darboven

mumok collects


Nicht nur für Zeiten, in denen Sie unsere Ausstellung MISFITTING TOGETHER Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art nicht live erleben können: eine kleine Kostprobe aus unserer mumok APP.

Der Multimediaguide des mumok ist über iOS und Android kostenlos abrufbar und so können Sie auch von zuhause aus einen Rundgang durch die Ausstellungen unternehmen. Viel Spaß!

Gratis-Download im iTunes App Store und im Google Play Store erhältlich.

 


Hanne Darboven

Hanne Darboven beschreibt nicht, sie schreibt. Sie schreibt Zahlen. Ein längerer Aufenthalt in New York in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre und die Begegnung mit Künstlern wie Sol Le Witt und Carl Andre lässt Darboven zu ihrem künstlerischen System finden: Der Darstellung übergreifender Ordnungen. 1968 entdeckt sie den Kalender, Grundlage unserer Zeitmessung, als Material für ihre Arbeiten. Ausgehend von den Kalenderdaten, beginnt sie die Zeiträume des Monats, des Jahres und des Jahrhunderts mittels Zahlenfolgen grafisch aufzubereiten. Eine mathematische Operation, die Bildung von Quersummen, sorgt für die formale Regelung.

In der von 1970 bis 1971 entstandenen Arbeit Ein Jahrhundert. Bücherei liefert Darboven die visuelle Aufschlüsselung eines ganzen Jahrhunderts. 402 Aktenordner, die tausende von Hand geschriebene Tabellen fassen und in einem Bücherregal präsentiert werden, machen Zeit in ihrem kontinuierlichen Fortschreiten räumlich sichtbar. Darboven gibt nicht Informationen über Zeit, findet keine Symbole für Zeit, ihre Zahlen sind Zeit. Sie schreibt Zeit. Somit gibt es in ihren Werken auch keine Bedeutung, die nicht sofort sichtbar würde. Die Zahlen drücken nichts anderes aus als sich selbst und ihre eigene Ordnung.