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Jenni Tischer. Pin

Baloise Kunst-Preis 2013


Jenni Tischer (* 1979) entwickelt für Pin, ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Österreich, einen Parcours, in dem die Formensprache minimalistischer Skulptur auf die Geschichte und Praxis textilen Arbeitens trifft. Wie ausgerollte Schriftrollen durchqueren farbige und variabel anpassbare Stoffsockel den Raum. Sie verschränken Wände und Boden miteinander und dienen als Bühne für eine Reihe von Skulpturen: darunter offene Kuben, die wie die Sitzflächen von Stühlen mit Geflechten bespannt sind, sowie Objekte, die in Materialität und Form an Webrahmen oder Nadelkissen erinnern. „Anders als in konventionellen Ausstellungssituationen lässt Tischer offen, was Display und was Werk ist; auch Präsentationselemente wie Sockel oder Rahmen sind Teil der künstlerischen Erzählung“, so Manuela Ammer, Kuratorin im mumok. 

Mit Pin wirft die in Berlin lebende Künstlerin grundsätzliche künstlerische Fragen auf: nach der Definition von Medien und den Informationen, die sie vermitteln können; danach, wie sich Arbeitsprozesse in Materialien und Oberflächen einschreiben, oder auch, weshalb das Textile in unserer durch und durch digitalen Welt als Diskurs- und Praxisfeld wieder an Bedeutung gewinnt. Zwischen „pins“ (Nadeln) und PINs (persönlichen Identifikationsnummern) steckt Tischers Ausstellung einen Raum ab, der über Materialien als Informationsspeicher und die Codierung von Identität gleichermaßen nachdenken lässt.

Veröffentlicht

Donnerstag, 16. Oktober 2014