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Ingeborg Strobl APPetizer – Rumex Alpinus

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Ingeborg Strobl, Alpenlandschaften und der Rumex Alpinus

Die Alm. Hinter diesem einen Begriff liegt ein ganzer Kosmos an Bedeutungen und Assoziationen. Sie steht für Naturverbundenheit und Tradition und scheint außerhalb jeder gesellschaftlichen Rückkopplung zu existieren. Unzählige Volkslieder besingen und verklären das Leben auf der Alm. Die dort im Sommer lebenden Senner und Sennerinnen sind darin keine Kuhhirten, sondern beinahe mythische Figuren der Freiheit und Unabhängigkeit. Für Österreich hat die Alm einen besonderen Stellenwert, und selbst im Skitourismus begegnen einem Hütten am Berg, die ursprünglich im Winter geschlossen waren.

Die Alm ist eigentlich eine Kulturlandschaft. Das heißt, ohne die Bewirtschaftung der Bergwiesen sieht die Vegetation anders aus. Aber selbst nach der Auflassung von Hütten und Ställen hinterlässt die Almwirtschaft noch jahrzehntelang ihre Spuren in Form einer Pflanze: des Rumex alpinus, also des Alpenampfers.

Rund um Sennhütten, Viehställe, Unterkünfte und Viehlager wächst er in jahrzehntelang von der Jauche gedüngten Mulden. Allerdings hat er nicht sehr viele Freunde und wird oft als Hauptproblempflanze in der Grünlandbewirtschaftung des Alpenraumes bezeichnet.

In anderen agrarwissenschaftlichen Schriften heißt es: „Schon die wenig schmeichelhafte Trivialnamensgebung ‚Black’n‘, ‚Scheißplotsch’n‘, ‚Sauplotsch’n‘, ‚Foiss’n‘, ‚Strumpf’n‘ et cetera deutet auf die Unbeliebtheit dieser Pflanze hin, die in der heutigen Grünlandwirtschaft eindeutig als Unkraut gesehen wird. Der sehr ausdauernde und bis über einen Meter hoch wachsende Stumpfblättrige Ampfer mit seinen breiten, den Boden stark beschattenden Blättern und den das restliche Grünland meist überragenden, erst gelblich, später dann rotbraunen Fruchtständen prägt häufig das Bild von Wiesen und Weiden.“

Die österreichische Künstlerin Ingeborg Strobl beobachtete mit großer Genauigkeit die Randerscheinungen der Zivilisation. In ihrer Installation „Rumex Alpinus“ aus dem Jahr 2017 wurde ihr Interesse an Nutztieren – hier vor allem an Kühen – ablesbar. Ohne jede Romantisierung der Kulturlandschaft Alm machte sie Prozesse sichtbar, die untrennbar mit dieser zusammenhängen, aber in kein Tourismusklischee passen.

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