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Hans Schabus

Cafe Hansi

Mittwoch, 15. März 2017

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Ab 17. März 2017 steht vor dem mumok kino eine neue Bar. Aus Mitteln des mumok Board konnte das Cafe Hansi (2015) von Hans Schabus angekauft werden. Die fantastisch-verrückte Bar (nicht zu verwechseln mit dem Café Hansy in der Nähe des Wiener Pratersterns) funktioniert innerhalb des Museums völlig autonom, selbst eine kleine Küche und ein WC sind integriert. Im Inneren ist sie bis ins kleinste Detail gestaltet – von der silbrigen Vertäfelung bis zum verspiegelten Tresen bleibt nichts dem Zufall überlassen. Selbst die Gläser entwarf Schabus selbst. In ihnen werden Wasser, Wein, Schnaps und Hansabier serviert.

Die Ummantelung des Raums – bewusst roh und im DIY-Look gehalten – steht in krudem Gegensatz zur hochgradig konzeptuellen Innenausstattung. Die aus einfachen Holzplatten zusammengeschraubten Außenwände der Skulptur wirken beinahe lieblos, die Abwasserrohre der Toilette sind für alle sichtbar an die Kanalisation des mumok angeschlossen.

An den Außenwänden dieses scheinbar achtlos vor dem mumok kino vergessenen Bretterverschlags stellt Schabus in einem heiteren Durcheinander seine über mehr als 15 Jahre zusammengetragene Sammlung an Nippes und Gimmicks zur Schau. Die Bandbreite der Objekte – allen ist gemeinsam, dass sie auf die eine oder andere Art den Vornamen des Künstlers enthalten – reicht vom Konzertplakat des Austropopstars Hansi Hinterseer über ausgestopfte Kanarienvögel bis zur Hansaplastrolle. Sie stehen für Schabus‘ Obsession mit seinem Vornamen und den vielen Bedeutungen, die dieser in verschiedenen Kontexten annimmt.

Schabus, bekannt für seine großformatigen, oftmals sehr aufwändigen Skulpturen – so flutete er das Kunsthaus Bregenz, überbaute 2005 den österreichischen Pavillon auf der Biennale di Venezia mit einem Berg oder mauerte 2003 die Secession zu – greift mit dem Cafe Hansi die schwierige Unterscheidung zwischen Innen und Außen, zwischen inszenierter Künstlerpersona und authentischer Person auf. Erst nach dem Betreten zeigt sich das äußerlich funktional gehaltene, rauhe Kunstwerk von seiner Schauseite, in welchem der Künstler nicht mehr durch Stellvertreterobjekte repräsentiert wird. Hier tritt er selbst auf. Als Barkeeper löscht er den Durst der Gäste mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken. Im Inneren des Werks wird er zu einer Art Meta-Hans, zusammengesetzt aus all den möglichen Bildern, die vor dem inneren Auge der Besucher_innen entstehen, wenn sie beim Betrachten der Kuriositätensammlung an den Allerweltsnamen Hans denken.

Im mumok wird das Cafe Hansi am 30. Märzr erstmals in Betrieb genommen.