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  • Robert Filliou

Galerie Légitime

1968
Acrylglas, Eisen, Holz, verschiedene Gegenstände
87,00 cm x 70,00 cm x 60,00 cm
ehemals Sammlung Hahn/Former Hahn Collection, Köln/Cologne erworben/acquired in 1978
Inventarnummer: P 127/0

„Was tust du? Was denkst du? Tue etwas anderes, denke etwas anderes.“
Robert Filliou, der eigentlich ausgebildeter Ökonom war strebt nach der radikalen Öffnung des Kunstbegriffs. Jedes Mittel, jede Form, jede Arbeitsweise kann gleichermaßen Kunst hervorbringen. Im Januar 1962 gründet der Weltenbummler seine eigene Galerie in Gestalt einer Mütze. Die "Galerie Legitime" knüpft an Duchamps Miniaturmuseum im Koffer an, sie ermöglicht Filliou für jeden Menschen jederzeit und an jedem Ort, ob auf den Straßen, in Bistros, in Läden oder im Museum seine Ausstellung zu eröffnen. Später wächst die Mütze zur Größe einer Melone, dann sogar zum übergroßen Zylinder, der Arbeiten befreundeter Künstler beherbergt und in Versionen aus Plexiglas verkauft wird. Ab 1965 verlagert er die "Galerie Legitime" in den mit Brecht gemeinsam an der französischen Riviera gegründeten Laden „La Cédille qui sourit“, das lachende Cédille. Er soll Vertriebszentrum ebenso wie Ort der kreativen Schöpfung sein. Der befreundete René Block erinnert sich an einen Leitsatz Fillious: „Eine Äußerung finden wir auf einem Stempel, dort steht: well made, badly made, not made. Gut gemacht, schlecht gemacht, nicht gemacht.“ Hier kommt Fillious Prinzip der Äquivalenz zum Ausdruck, das von ostasiatischer Lebensphilosophie inspiriert ist. Demnach gibt es keine Werthierarchie. Es ist eben gleichwertig, ob etwas gut gemacht, schlecht gemacht oder nicht gemacht ist. Alle möglichen Dinge sind als Kunstwerke ebenbürtig.