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Eva Hesse. Oberlin Drawings

mumok insider


Wir freuen uns sehr, dass die New York Times die Publikation Eva Hesse. Oberlin Drawings zu einem der "schönsten Kunstbücher 2020" gekürt hat!

Das Buch erschien anlässlich der Ausstellungstournee Forms Larger and Bolder: Eva Hesse Drawings, die von November 2019 bis Februar 2020 auch im mumok haltmachte. Es reproduziert zum ersten Mal ca. 350 Zeichnungen und Arbeiten auf Papier der Künstlerin, die heute im Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio aufbewahrt werden.

Als Eva Hesse 1970 im Alter von nur 34 Jahren starb, hinterließ sie neben ihrem skulpturalem Werk auch ein umfassendes grafisches Werk, das ihre Auseinandersetzung mit der Kunst ihrer Zeit, aber auch ihren festen Willen, zu einer ganz eigenen künstlerischen Sprache zu finden, bezeugt. „Crazy like machines, forms larger and bolder“ – so beschreibt Hesse etwa 1965 eine Gruppe eben fertiggestellter Zeichnungen in einem Brief an ihren künstlerischen Weggefährten Sol LeWitt. Im selben Jahr wagt sie den Schritt in den dreidimensionalen Raum und realisiert ihre ersten Reliefs.

Die Idee der „riskanten Formen“ zieht sich wie ein roter Faden durch Hesses gesamtes Werk. Die streng chronologische Ordnung der abgebildeten Werke in Oberlin Drawings lässt Hesses Risikobereitschaft und Experimentierfreude auf Papier nachvollziehen – von den frühen Aktstudien und Blumenstillleben über die Auseinandersetzung mit dem abstrakten Expressionismus, der Collage und der Kinderzeichnung bis hin zu den konzeptuellen Skizzen, welche ihr skulptural-installatives Werk begleiten und reflektieren.

In ihrem Essay in der Publikation schreibt die Kunsthistorikerin Briony Fer: „Statt zu behaupten, dass Hesse ihre tiefsten Gefühle im Zeichnen ausdrückte, könnte man vielleicht sagen, dass es ihr Weg war, Frustration zu artikulieren – also die Lücke zwischen dem Wollen und dem Haben, dem Hindernis und der Befriedigung, die für ein kreatives Leben unerlässlich ist. In diesem Sinne ist das Bedürfnis zu zeichnen – nicht bloß – der Antrieb, weiterhin künstlerisch zu arbeiten. Dinge auf Papier zu machen, war kein Ersatz für das Schaffen vermeintlich größerer Dinge wie eines Gemäldes oder einer Skulptur – sondern etwas, das Hesse tat, weil sie eine Künstlerin war (und nicht nur eine Kritzlerin).“


EVA HESSE. OBERLIN DRAWINGS. Drawings in the Collection of the Allen Memorial Art Museum, Oberlin College, hg. v. Barry Rosen, mit Texten von Manuela Ammer, Jörg Daur, Briony Fer, Andrea Gyorody, Gioia Timpanelli, London 2019/2020, 25 x 28,5 cm, 428 S. mit 391 farbigen Abb., Leineneinband mit Schutzumschlag, Text in deutscher und englischer Sprache, ISBN 978-3-906915-39-5

Erhältlich im mumok Shop oder im Buchhandel.