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COPE -Community Arbeit, Partizipation und Empowerment

Kunst bringt Menschen zusammen


Wir leben in einer Zeit, in der Rassismus und Islamophobie in unterschiedlichen Formen auch in Europa auf dem Vormarsch sind. Unser Projektpartner Caritas sagt es auf der eigenen Webseite sogar noch deutlicher: „Antimuslimischer Rassismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen: von Verhetzung und Übergriffen im Alltag – sei es in der digitalen oder der realen Welt – bis hin zum Schüren von Feindbildern in Medien und Politik. Betroffen sind nicht nur Muslim*innen, sondern auch alle, denen wegen äußerlichen Merkmalen, Herkunft, Sprache oder Kultur ein islamischer Glaube zugeschrieben wird. Diese Tendenzen gefährden das gesellschaftliche Miteinander.“ (www.caritas-wien.at/cope/)

Im Rahmen des EU geförderten Projekts COPE sind wir Projektpartner der Caritas Wien, gemeinsam mit den Partnern MAREENA (Slowakei) und in NOMADA (Polen). Während dort Nachbarschafts- und Community Arbeit im Vordergrund steht bis hin zu existenzsicherndem Streetworking bzw. Krisen- und Rechtsberatung, hat das mumok die Möglichkeit in Zusammenarbeit mit Networker*innen auf Interessengruppen zuzugehen und deren Bedürfnisse kennenzulernen und zu verstehen.

Wir stellten uns die Frage wie wir als Museum auf aktuelle politische Ereignisse reagieren können? Besonders wichtig war uns dabei, dass wir ein Ort der Begegnung sein wollen, wo Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Communities und Gesellschaftsschichten zusammenkommen und gemeinsam an interkulturellen und künstlerischen Aktivitäten teilnehmen. Im Fokus dieser Begegnungen stehen Dialog und Austausch und bieten im Rahmen des Projekts COPE unseren Besucher*innen einen geschützten Rahmen und Raum, wo Ideen, Erfahrungen, aber auch Ängste und Vorurteile einfließen können.

Im Projektzeitraum von zwei Jahren finden verstärkt Workshops statt, auch ungewöhnliche Projekte, die das Museum weniger als Ort des Ausstellens von Kunstwerken, denn als kulturellen Raum definieren:

Wir gründeten einen multilingualen Chor für Frauen, die Lust haben zu singen (es aber nicht unbedingt können müssen) und ihre Stimme gerne in den Ausstellungshalle des mumok erheben wollen. In unserer autobiografischen Online-Schreibwerkstatt für Frauen mit unterschiedlichen Erst- und Muttersprachen schreiben und erzählen wir über unsere Erfahrungen, um uns gegenseitig zu stärken und Mut zu machen.

Des Weiteren ist mit Latar Do ein sportliches Programm in Zusammenarbeit mit dem Verein Toleranz in den Hofstallungen des mumok geplant und im Anschluss besuchen wir gemeinsam eine Ausstellung in unserem Haus. In Zeiten der Covid-19 Prävention, in denen keine Vermittlung im Museum stattfinden kann, laden wir außerdem zu bilingualen Zoomführungen auf Deutsch, Arabisch, Türkisch und Farsi. All dies sind Themen und Anknüpfungspunkte für Menschen, die in ihrem Privatleben aus vielen Gründen weder Zeit noch Raum für einen Museumsbesuch finden.

Mit COPE definieren wir das Museum neu und eröffnen einen gesellschaftlichen Diskurs. Unsere neuen Besucher*innen bereichern unsere Erfahrung, sie ermöglichen es uns kulturelle Prozesse und Denkweisen zu reflektieren.

„Das gemeinsame Singen verbindet und lässt eintauchen in andere kulturelle Räume, Sprachen, Rhythmen und Melodien. Für mich ist das direkter, inspirierender Kulturaustausch und Begegnung auf einer sehr feinen und sinnesorientierten Ebene.“

„Liebe autobiographische Schreiberinnen! Zu unseren Themen schreibt Asal Dardan heute im "Spektrum" der Presse einen für mich als Österreicherin mit Österreichhintergrund  Augen öffnenden Artikel. Ohne das Zusammensein mit Euch hätte ich ihn wahrscheinlich mit weniger offenen Augen gelesen. Ich danke Euch allen!“

Rückmeldungen wie diese, zeigen deutlich auf, wie wichtig Partizipation ist. Wir bringen im Rahmen dieses Projekts Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zusammenbringen, die sich sonst nicht begegnen würden und lernen gemeinsam voneinander und miteinander. Eine Öffnung, die uns selbst weiter und größer macht und mit der wir hoffen einen Beitrag für ein besseres Miteinander zu leisten.

das COPE Team im mumok

Aktuelle Projekte

Weltbilder
Unter dem Titel WeltBilder lädt das mumok monatlich zur offenen Kunstwerkstatt und bietet damit Menschen jeder Herkunft, mit und ohne Migrationshintergrund, einen kreativen Ort der Begegnung und des Austausches. Alle, die mitmachen möchten, sind willkommen – auch regelmäßig. Während des dreistündigen Workshops lernen sich die Teilnehmer*innen zunächst kennen und unternehmen anschließend einen kurzen gemeinsamen Ausflug in eine der aktuellen Ausstellungen. Danach entsteht beim gemeinsamen künstlerischen Arbeiten im mumok Atelier die Möglichkeit, verschiedene Weltbilder kennenzulernen, Horizonte zu erweitern, neue Ideen zu entwickeln und Freundschaften zu knüpfen. Dabei soll nicht das „Fremde“ in ein bestehendes System integriert, sondern eine Bereicherung für alle Seiten geschaffen werden.
Die Kunst gibt in diesem Workshopformat den ersten Impuls, durch den viele der Teilnehmer*innen den Schritt wagen, sich über ihr Leben und ihre Erfahrungen in Österreich auszutauschen. Kommunikation und ungezwungenes gegenseitiges Kennenlernen stehen dabei im Vordergrund. Oft bedarf es jedoch gar nicht vieler Worte, um sich näherzukommen. Wer möchte, kann auch ganz für sich und in Ruhe beim Arbeiten abschalten und die Sorgen des Alltags vergessen. So entstehen im Laufe des Nachmittags innerhalb kürzester Zeit außergewöhnliche Kunstwerke – davon jedes so einzigartig wie die Geschichten der Menschen, die sie geschaffen haben.

Singen im mumok
Unter Einhaltung aller im Moment geltenden Sicherheitsbestimmungen treffen sich Frauen aus verschiedenen Kulturen und gesellschaftlichen Gruppen, die Lust am Singen haben. Vorkenntnisse oder besondere Begabungen sind nicht notwendig. Gemeinsam mit der Chorleiterin Diana Rasina geht es ums Ausprobieren, Kennenlernen von Liedern aus verschiedenen Kulturen und Sprachen bei denen wir uns näherkommen. Frauen erheben die Stimme! - momentan im Freien, aber hoffentlich bald auch wieder in den Ausstellungsräumen des mumok. Jede ist eingeladen mitzumachen.

LATAR DO
Sport im mumok, warum nicht! Gemeinsam mit dem Latar Do Meister Adam Bisaev laden wir ein zum Kennenlernen und gemeinsamen Training am 7.11. in den Hofstallungen des mumok. Latar Do wurde in Österreich entwickelt und ist eine Mischung aus Karate, Judo, Boxing und Jiu-Jitsu, ein Sport aus vielen Kulturen und Traditionen. Fürs Mitmachen sind keine Vorkenntnisse oder besondere Fitness notwendig: Wir arbeiten mit Abstand und Respekt mit unseren Körpern und erproben neue Bewegungen. Im Anschluss machen wir in Kleingruppen einen Blitzbesuch im mumok. Mindestalter 16 Jahre.

Lies Deine Geschichte
In Kooperation mit story.one laden wir ein zum Vorlesetag: Die Welt ist voller Geschichten und ein paar davon erzählt die Kunst. story.one ist eine Plattform, die Geschichten und Erfahrungen sammelt und alle dazu ermuntert zu Autor*innen ihrer eigenen Geschichte zu werden. Nicht im virtuellen Raum, sondern vor Kunstwerken im mumok laden wir Sie ein Ihre vorzulesen. An einem Tag füllen wir das mumok mit Geschichten zum Zuhören und Teilhaben.

Mit diesem Projekt möchten wir nicht nur unterschiedliche Communities ins Museum einladen, sondern auch die Möglichkeit bieten bei Bedarf eine Beratung in Anspruch zu nehmen: Beim Ausfüllen von amtlichen Formularen, Amtswegen oder dem Finden der richtigen Ansprechpartner*innen für diverse Anliegen. Diese Beratung kann bei Frau Mares-Altinok entweder telefonisch unter der Nummer: 0699 10010822 oder per Mail unter uemit.mares-altinok@mumok.at vereinbart werden.

Leider mussten wir aufgrund der COVID-19 Prävention unsere Aktivitäten vorerst einstellen. Schreiben Sie uns bitte trotzdem oder rufen Sie uns bei Interesse an. Für Informationen zu den nächsten Terminen stehen wir gerne zur Verfügung!

COPE ist ein zweijähriges Projekt, das von Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und in Kooperation mit CARITAS DER ERZDIOZESE WIEN –HILFE IN NOT, NOMADA Poland, MAREENA Slovakia und dem mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien durchgeführt wird.

Projektlaufzeit: Februar 2020 –Ende Jänner 2022

Stefanie Fischer, Beate Hartmann, Ivan Jurica, Ümit Mares-Altinok, Mikki Muhr, Patrick Puls, Jörg Wolfert

Funded by the European Union’s Rights, Equality

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