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Charlotte Posenenske, Vierkantrohre (Serie DW), 1967/1986

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Paul Maenz und Renate Wiehager im Gespräch über Charlotte Posenenske

In der Ausstellung MISFITTING TOGETHER. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art (zu sehen bis 7. Februar 2021) ist die deutsche Künstlerin Charlotte Posenenske (1930–1985) mit ihrer Arbeit Vierkantrohre (Serie DW) (1967/1986) vertreten. Posenenskes Auseinandersetzung mit dem Seriellen kann als eine radikale Position verstanden werden, die sich anhand dieser Arbeit deutlich ablesen lässt: etwa in ihrer bewussten Abwendung von der Idee des Originals und der Hinwendung zu einer seriellen, unlimitierten Produktion.

Im Alter von 38 Jahren schloss Posenenske mit der Kunst ab und widmete sich stattdessen der Soziologie: „Es fällt mir schwer, mich damit abzufinden, dass Kunst nichts zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen kann“ (1968). Nicht zuletzt durch die Präsentation ihrer Arbeiten auf der documenta 12 (2007) wurde ihr Werk wiederentdeckt und erfährt seither vermehrt die Aufmerksamkeit eines internationalen Publikums. 2019/2020 richteten die Dia Art Foundation in New York und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 in Düsseldorf die groß angelegte Retrospektive Charlotte Posenenske: Work in Progress aus (weitere Stationen: Museu d’Art Contemporani de Barcelona und Mudam Luxembourg).

Anlässlich der Ausstellung im K20 fand ein Gespräch zwischen Paul Maenz und Renate Wiehager über Charlotte Posenenske statt: Der langjährige Galerist Paul Maenz war nicht nur Freund und Weggefährte der Künstlerin, er realisierte 1967 zusammen mit dem Künstler Peter Roehr auch die Ausstellungen Dies alles Herzchen wird einmal Dir gehören und Serielle Formationen in Frankfurt am Main, an denen Posenenske beteiligt war. Die Kunsthistorikerin Renate Wiehager leitet seit 2001 die Daimler Art Collection (Berlin/Stuttgart) und kuratierte 2017 die Ausstellung Serielle Formationen. 1967/2017. Re-Inszenierung der ersten deutschen Ausstellung internationaler minimalistischer Tendenzen. In diesem detailreichen und sehr informativen Gespräch werden nicht nur das künstlerische Schaffen Posenenskes, ihr Werdegang oder ihre ideologische Prägung thematisiert, sondern auch die unterschiedlichen Kontexte der Ausstellungen, an denen Posenenske teilnahm.

Naoko Kaltschmidt


Anlässlich der Ausstellung im K20 fand ein Gespräch zwischen Paul Maenz und Renate Wiehager über Charlotte Posenenske statt.