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  • Gordon Matta-Clark

Bronx Floor

1972
Holz, Linoleum, S/W Fotografien
62,00 cm x 93,00 cm
ehemals Sammlung Hahn/Former Hahn Collection, Köln/Cologne erworben/acquired in 1978
Inventarnummer: P 151/0

Gordon Matta-Clark steht exemplarisch für die junge Künstlergeneration, die sich in den 1970er-Jahren ideologiekritisch mit den Prinzipien der Minimal Art auseinandersetzt. Gehen die Minimalisten noch von der Vorstellung eines autonomen Kunstwerks im neutralen Ausstellungsraum aus, schärfen die Postminimalisten das Bewusstsein für den Kontext von Kunst, ihre Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen.
Aus einer explizit politischen Intention heraus entwickelt Matta-Clark seine Strategie des „Unbuilding“. In zunächst illegalen Aktionen setzt er Einschnitte in zum Abbruch bestimmte Wohnhäuser. Der vorliegende Ausschnitt entstammt dem Boden eines Hauses in der New Yorker Bronx. Der Eingriff kehrt die sonst verborgene innere Struktur nach außen. Die dokumentierenden Fotografien gewähren uns zudem ungewöhnliche Ein- und Durchblicke in den Raum, einer de facto längst zerstörten Architektur. Die Arbeit entspricht dem postminimalistischen Kriterium der Ortsspezifität. Sie verweist auf den Ort, für den und an dem sie geschaffen wurde – mit dem sie untrennbar verbunden ist.
„Beim Zergliedern eines Hauses kommen zahlreiche Aspekte der gesellschaftlichen Gegebenheiten ins Spiel, gegen die ich ein Zeichen setzen will. Zunächst einmal möchte ich den Zustand des „Eingeschlossenseins“ aufbrechen, der nicht allein durch materielle Notwendigkeit bedingt ist, sondern auch durch eine Industrie, die sich in geschlossenen Kästen auf die Vorstädte und Städte verteilt. Behausungen für passive, isolierte Verbraucher, eine praktisch gefangen gehaltene Öffentlichkeit.“