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mumok APPetizer – Alberto Giacometti

enjoy collects


Eine kleine Kostprobe aus unserer aktullen Ausstellung Enjoy – die mumok Sammlung im Wandel.

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Alberto Giacometti,
Stehende Frau III, 1963

Mit der Figur der „Stehenden“ befasste sich Alberto Giacometti in seiner Plastik und seinen Zeichnungen intensiv. Die Stehende Frau III stammt aus den letzten Lebensjahren des Künstlers. Nachdem er sich in den 1930er-Jahren im Kreis der Pariser Surrealisten bewegt hatte, entstanden nach dem 2. Weltkrieg die ersten gelängten, schmalen Figuren. Zuerst immer zarter und kleinformatiger modellierend, fand Giacometti in den 1950-er und 1960er-Jahren zu fast lebensgroßen Figuren. Während seine männlichen Skulpturen häufig schreitend dargestellt sind, ordnete Giacometti das Motiv des Stehens seinen weiblichen Skulpturen zu. Anstelle von aktiver Bewegung wirkt körperliche Präsenz. Wie ihr eigener Schatten ragt die schmale Skulptur in den Raum. Trotz der Reduktion der gelängten Figur, die über keine anatomische Detailcharakterisierung verfügt, keine abgesetzten Gelenke oder physiognomischen Details, entsteht der Eindruck höchster Subjektivität. Die expressive und gestische Modellierung, die auch an die malerischen Arbeiten Giacomettis erinnert, betont die Materialität der Bronze. Steht man dicht vor der Skulptur, so nimmt man die unregelmäßige Oberflächenstruktur wahr, die durch das Spiel von Licht- und Schattenzonen belebt wird. Erst aus der Distanz betrachtet schließen sich die Formen zusammen. Die Details verschmelzen und die Figur wird als Ganzes wahrnehmbar. Objekt und Umraum treten miteinander in Beziehung. Für den/die Betrachter*in ist die Skulptur kein abgeschlossenes Objekt, sondern eine Anleitung zum Sehen. Giacometti meinte dazu: „Eine Skulptur ist kein Gegenstand, sie ist eine Prüfung, eine Frage, eine Antwort. Sie kann weder abgeschlossen noch vollkommen sein.“