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muco community: Digitale Bildung trifft auf kreatives Lernen

mumok insider


Im März dieses Jahres startete die muco community, unsere partizipative Lerngemeinschaft für digitale Kompetenzen. Es ist ein aufregendes und wegweisendes zweijähriges Projekt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Wiener Schulen und gefördert durch den Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Wien. Dabei wird der Fokus auf creative learning und digitale Bildung gelegt, um Kinder und Jugendliche für die Zukunft zu empowern.

Was genau verbirgt sich nun konkret dahinter?  Kolleg*innen des creative learning Teams besuchen mehrere Klassen, um vor Ort mumok Scratch Labs mit den Schüler*innen durchzuführen. Wir verbinden Programmierung, unsere Sammlungswerke, Wissen aus der Kulturgeschichte, neue Technologien und das Erlangen von Medienkompetenzen zu einer einzigartigen Lernerfahrung. Mit Scratch, einer visuellen Programmiersprache, können die jungen Teilnehmer*innen ihre eigenen digitalen Projekte, interaktive Geschichten, Musik und Spiele erschaffen.

Bevor es mit den Schulbesuchen los ging, haben wir zum Kick Off Termin Schüler*innen und ihre Eltern sowie interessierte Pädagog*innen zu uns ins Museum eingeladen. Nebst Detailinformationen zum Projekt wurde auch unser creative learning Schwerpunkt vorgestellt.

Dann starteten sogleich die Schulbesuche und die ersten Erfahrungen in den Klassen waren äußerst positiv. Die Programmieroberfläche von Scratch wurde vorgestellt, grundlegende Programmierprinzipien wurden erklärt und erste Projekte umgesetzt. Die Kinder haben gemeinsam mit den Kolleg*innen des creative learning Teams und den Pädagog*innen an ihren Ideen gearbeitet. Diese interaktive und praxisnahe Herangehensweise begeisterte nicht nur die Schüler*innen, sondern auch ihre Lehrer*innen gleichermaßen.

Und hier noch ein konkreter Blick in zwei unserer Projekte:

Ausgehend von den Werken der Künstler Marcel Duchamp und Toni Costa, die sich beide in ihrer Arbeit mit Kinetik auseinandergesetzt haben, sind diese zwei Scratch Projekte entstanden.

In den Klassen wurde zuerst der italienische Künstler Toni Costa und explizit seine Arbeit Visuelle Dynamik vorgestellt, welche sich dadurch auszeichnet, dass sich das Bild anscheinend verändert, wenn man sich daran vorbei bewegt und es währenddessen ansieht, es wirkt also dreidimensional. Das Ziel war, diesen Effekt in Scratch zu visualisieren, indem man den Mauszeiger über den Bildschirm bewegt.
Hier geht es zum Scratch Projekt.

Ein anderes Projekt bezog sich auf die Roto Reliefs von Marcel Duchamp. Er experimentierte dabei mit optischen Effekten und Bewegungen und wollte gleichzeitig ein Kunsterlebnis für zuhause erschaffen, indem er seine Reliefs auf kleine Pappkartons drucken ließ, die auf Plattenspieler gelegt werden konnten und dann den gewünschten Effekt erzielten. Zu dieser Zeit befand sich in den meisten Haushalten ein Plattenspieler, und die Reliefs wurden zum Produktionspreis verkauft, was sie für ein großes Publikum möglichst zugänglich machen sollte. Heutzutage gibt es zahlreiche Künstler*innen, die mit Computern und neuen Technologien arbeiten, zu Zeiten von Marcel Duchamp war die Einbeziehung technischer Geräte in die Kunst auf solche Art und Weise jedoch eine Seltenheit. In unserem Projekt haben wir den Schüler*innen auf einem mitgebrachten Plattenspieler alle Varianten des Roto-Reliefs vorgeführt. Danach wurden gemeinsam in Scratch eigene digitale Versionen erschaffen.
Hier geht es zum Scratch Projekt.

Die muco community strebt danach, die Kinder zu aktiven Nutzer*innen digitaler Technologien zu machen, unter anderem den Computer als kreatives Ausdrucksmittel zu nutzen. Digitales Empowerment ist hier das Stichwort.

Doch das ist noch längst nicht alles! Neben den Workshops an den Schulen bietet die muco community auch vor Ort im Museum zwei Mal wöchentlich stattfindende spannende coding clubs an. In den coding clubs, unseren kostenlosen Nachmittagsförderkursen, werden die Teilnehmer*innen individuell vom creative learning Team unterstützt, um ihre Programmierfähigkeiten auch in ihrer Freizeit weiter entwickeln zu können.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der muco community ist die intensive Auseinandersetzung mit unseren Sammlungswerken. Dadurch und mit der Verbindung von Kunstrichtungen, dem Eintauchen in die Kulturgeschichte und digitalem Empowerment wird den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich kreativ mit neuen Technologien und dem eigenen künstlerischen Ausdruck auseinanderzusetzen. Diese Verschränkung eröffnet neue Perspektiven und fördert die Kreativität der jungen Teilnehmer*innen.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, ein Open Source System zur digitalen Teilhabe für den Erwerb von praktischen Programmierskills zu schaffen. Gemeinsam mit den Schüler*innen und Pädagog*innen wird ein wiederholbares hybrides Weiterbildungsframework für Kinder, Jugendliche, Pädagog*innen und Erwachsene sowie entsprechende Lehrmaterialien erarbeitet. Eine kostenfreie hybride mumok Publikation wird erscheinen, die Schulen und anderen Bildungsinstitutionen als Informations- und Weiterbildungslektüre dienen und unterstützende Best-Practice Beispiele für das Unterrichtsfach „Digitale Grundbildung“ bieten soll.

Wir sind begeistert von diesem wegweisenden Projekt, das Programmierung auf kreative Weise mit dem Wesen der Kunst verbindet. Die muco community ist wie das mumok Scratch Lab ein weiteres innovatives Beispiel, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig für die digitale Welt zu stärken und ihre kreativen Potenziale zu entfalten. Gemeinsam können wir die Bildung auf inspirierende Weise erschließen und eine Generation heranbilden, die die Anwendung der neuen Technologie beherrscht und diese auch als aktive kreative Gestalter*innen nutzt.

Möchtest du mehr über die muco community erfahren? Hier gibt es alle Informationen.

Lasst uns gemeinsam die digitale Zukunft gestalten und die kreativen Potenziale der Kinder von heute fördern!

Laufzeit des Projekts: März 2023 – Oktober 2024

 

Lena Arends & Annika Friedrich

 


 

  • Dieses Projekt wird ermöglicht durch eine Förderung des Digifonds – Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der AK Wien