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Das Tier in Dir | APPetizer – Erica Rutherford

mumok collects


Eine kleine Kostprobe aus unserer Ausstellung Das Tier in Dir – Kreaturen in (und außerhalb) der mumok Sammlung.
Der Multimediaguide des mumok ist über iOS und Android kostenlos abrufbar und so können Sie auch von zuhause aus einen Rundgang durch die Ausstellungen unternehmen. Viel Spaß!
Gratis-Download im iTunes App Store und im Google Play Store erhältlich.

 


Erica Rutherford
Painting is Dead, Long Live Painting
1982

 

 

Erica Rutherford, die als Eric geboren wurde und sich 1976 einer Geschlechtsanpassung unterzog, schrieb in ihrer Autobiografie Nine Lives aus dem Jahr 1993: „Meine Malerei hat sich in letzter Zeit verändert. Zweifellos ist sie dekorativer und detailreicher geworden. Ich habe die Kriterien der modernen Kunstkritik und -geschichte bewusst ignoriert, weil ich davon überzeugt bin, dass nur eine Missachtung ihrer starren Prinzipien den vorherrschenden Avantgarde-Akademismus durchbrechen kann.“ Painting is Dead, Long Live Painting – Die Malerei ist tot. Lang lebe die Malerei – erzählt von einer Metamorphose: dem Tod der Malerei, der zugleich Voraussetzung für ihre Wiedergeburt ist. In der naiven Darstellung, in banalen Motiven wie Katzen, Blumen oder Puppen, in der Aufmachung von ABC- und Kinderbüchern sowie in dekorativen Farben, Mustern und Rahmungen findet die Malerei zu neuem Leben – in ebenjenen, oft weiblich konnotierten Dingen also, die die künstlerische Avantgarde mehrheitlich geringschätzte. Rutherford selbst gestaltete eine Reihe von Kinderbüchern und publizierte unter einem Pseudonym die humorvoll illustrierte Anleitung Yoga for Cats, gefolgt von Dance for Cats. Vor dem Hintergrund von Rutherfords Interesse an Symbolismus, Mythologie, Traumdeutung und Archetypen lässt sich die Katze, von der es heißt, sie hätte neun Leben, als ambivalentes Alter Ego lesen: schnurrendes Haustier und wilde Jägerin gleichermaßen. Als ebenso mehrdeutig und offen für Interpretationen erweist sich die Puppe im Bild, die ihren Körper in schmerzhaft anmutender Pose dem Blick preisgibt und zugleich offenen Auges jede geschlechtliche Zuordnung verweigert.