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Andy Warhol APPetizer – Skull

mumok collects


Im Moment können Sie die Ausstellung ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative leider nicht live erleben. Um die Zeit bis zur Öffnung der Museen etwas zu verkürzen, hier eine kleine Kostprobe aus unserer mumok APP.

Der Multimediaguide des mumok ist über iOS und Android kostenlos abrufbar und so können Sie auch von zuhause aus einen Rundgang durch die Ausstellungen unternehmen. Viel Spaß!

Gratis-Download im iTunes App Store und im Google Play Store erhältlich.

 

 

Andy Warhol, Skull

„Einen Schädel zu malen, heißt jeden Menschen dieser Erde zu porträtieren“, bemerkte Ronnie Cutrone, ein Assistent Andy Warhols. Hinter dem Glamour und Starkult, der Andy Warhol, den berühmtesten Pop Art Künstler, wie keinen anderen umgab, verbirgt sich eine weniger bekannte, düstere Dimension: die Präsenz des Todes. Beginnend mit den Desaster-Bildern der frühen 1960er-Jahre, die die Katastrophen der Konsumgesellschaft und ihre mediale Ausschlachtung thematisieren, über die berühmten Bilder seiner Ikonen Marylin Monroe und Jackie Kennedy, die kurz nach dem Tod Marylins, beziehungsweise nach der Ermordung von John F. Kennedy entstanden, bis hin zur Serie der Totenschädel von 1976, durchzieht das Sujet des Todes sein gesamtes Werk.

In Skull setzte Warhol die Insignie des Todes mit unverhohlener Direktheit ins Bild. Der leicht geöffnete Mund und die tiefliegenden, verschatteten Augenhöhlen verleihen dem Schädel eine unheimliche Expressivität. Im Widerspruch dazu steht die Ausgewogenheit der Komposition und der unbekümmerte gestische Einsatz knallig poppiger Farben. Das Sujet mag zwar an zahlreiche Memento Mori Darstellungen der Kunstgeschichte erinnern, doch erfährt der Tod bei Warhol keine symbolische Überhöhung. Die Schädelserie verweist auf das eigentlich nicht Darstellbare in der Massenkultur: auf Anonymität, Verzweiflung und Tod.