

'Zwei Darsteller folgen als Trainer und Co-Trainer einer Fußballmannschaft dem fiktiven Ablauf eines 'wichtigen' Spiels. Sie agieren im leeren Stadion, die Kamera ausschließlich auf sich gerichtet, mit signifikanten Gesten der Protagonisten. Das leere Wisla-Stadion in Krakau als nackte bildliche Atmosphäre kontrastiert mit Originaltonaufnahmen zweier Serie-A-Fußballspiele aus dem Stadio Friuli in Udine. Davon ausgehend, zieht sich ein komplexes Dualitätsprinzip über verschiedene Ebenen: von den Gegensätzen in den beiden Charakterstudien bis zur Dialektik von szenischer Apathie und aggressiv-dynamischer Tonentsprechung, von der gähnenden Leere des Stadions als abgewirtschaftete Kulissenarchitektur bis zur Ironisierung derselben als Quasirepräsentationsbühne. Die sparsam, aber gezielt eingesetzte Gestik der Akteure ist Katalysator von Handlungsmustern, welche innerhalb des Rahmenereignisses eines Fußballspiels Bedeutung haben. Sie wird als solche zur Metapher sozialen Handelns, zum ambivalenten Ausdruck von Macht und Ohnmacht.' (Josef Dabernig)