Dan Flavin

13.10.12–03.02.13

Eröffnung: 12.10.12

Dan Flavin (1933 – 1996) hat durch den Einsatz von Licht als Werkmotiv und -material seit den 1960er-Jahren der zeitgenössischen Kunst neue Möglichkeiten in Bezug auf den Werkbegriff, sowie auf das Verhältnis von Werk, Raum und Betrachter erschlossen. Als einer der Hauptvertreter der Minimal Art trug er zur Überwindung konventioneller Malerei- und Bildvorstellungen bei. Bereits in den Icons übersetzt Flavin die traditionelle Ikonografie und Werkform des Bildes in einen profanen und alltagskulturellen Zusammenhang. Die spirituelle Lichtmystik religiöser Ikonen wird hier von einem profanen Leuchten abgelöst, das an Lichtreklamen, städtisches Nachtleben oder triviale Zimmerlampen erinnert. Durch das Anbringen von Leuchtstoffröhren an neuralgischen Punkten des Raumes wurden die letzten Reste gängiger Bild- und Malereivorstellungen getilgt und ein gebräuchliches Requisit der Alltagsrealität zum zentralen Kunstmotiv bestimmt. Gerade durch äußerste materielle und formale Beschränkung gelang es Flavin, der Kunst eine Fülle neuer Erfahrungen und Möglichkeiten zu verschaffen. Diese spielten bewusst auf Alltagserfahrungen an und verwiesen auf jene konstruktivistische Tradition der Moderne, in der die Demokratisierung und Funktionalisierung der Kunst angestrebt wurde. Die Ausstellung im mumok umfasst die Entwicklung der Lichtarbeiten von den Icons zu den raumbezogenen Leuchtstoffröhren, deren Präsentation speziell auf die Ausstellungsarchitektur des mumok abgestimmt wird.

KuratorInnen
Karola Kraus, Rainer Fuchs