Abstract Space – Concrete Media
Ort: MUMOK Lounge
14.00–21.00 Uhr
Eintritt frei
Konzeption: Sabeth Buchmann und Christian Kravagna
Konzeptuelle und administrative Organisation: Ines Kleesattel und Dagmar Steyrer
Im Rahmen der von Florian Pumhösl in Kooperation mit Matthias Michalka kuratierten Ausstellung Abstrakter Raum.
Mit künstlerischen Interventionen von Pia Niewöhner, Robert Müller, Aino Emilia Korvensyrjä und Jutta Zimmmermann.
Alle Vorträge in englischer Sprache.
Thema der Tagung sind die translokalen und transkulturellen Austauschbeziehungen zwischen den historischen Avantgardebewegungen, die sich in den zehner bis vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in zentral-/osteuropäischen und außereuropäischen Ländern, in Asien und den Amerikas formiert haben. Die für die Internationali sierung avantgardistischer Bild- und Objekt - sprachen maßgeblichen und häufig die Angleichung von Ausstellungs- und Medienpraktiken vorantreibenden Beziehungen manifestieren sich auf signifikante Weise in einer Vielzahl an Zeitschriften. Dienten diese einerseits der über die konventionellen Kunstinstitutionen hinausgehenden öffentlichkeitswirksamen Verbreit ung künstlerischer Ideen und politischer Projekte oder als Ersatz für das Fehlen solcher Institutionen (z.B. in den Kolonien), so bildeten sie auch ein ideales Instrument der Kommunikation zwischen KünstlerInnen, Architekt Innen, GrafikerInnen, SchriftstellerInnen, TheoretikerInnen und politischen AkteurInnen.
Diese Form der Vernetzung, die sich in kollektiven Projekten, in gegenseitigen Einladungen zu Vorträgen und in dem gemeinsamen Verfassen von Manifesten äußerte, muss als konstitutiv für die Herausbildung ästhetischer und politischer Avantgarde-Konzepte angesehen werden – sowohl für die Entwicklung der geometrischen Abstraktion und der konkreten Kunst, von der sich die Beteiligten nichts Geringeres als den Entwurf einer neuen, egalitären Gesellschaft versprachen, als auch für anti-imperialistische Gegen - strategien zu kolonialen Konzepten von Kultur und Moderne. Zugleich legen die Magazine jene Spannungen und Konflikte zwischen den unterschiedlichen AkteurInnen und Gruppierungen offen, die sich auch in den Werk- und Ausstellungsdesigns niederschlugen: Spannungen, die aus den unaufgelösten Widersprüchen zwischen Abstraktion und Figuration, Individualität und Kollektivität, Handwerk und Industrieproduktion, Expression und Rationali - tät, regionaler Identitätspolitik und Internationalismus resultierten. Lassen sich solche Konflikte zum einen mit lokalen Bedingungen und geopolitischen Verhältnissen erklären, so kommen hier auch Ambivalenzen der Avantgarden selbst zum Tragen, deren kritische und befreiende Potenziale zugleich mit kolonialistischen Implikationen verknüpft sein konnten.
Die Tagung Konkrete Medien stellt somit den Versuch dar, anhand von exemplarischen Ausstellungen, Zeitschriften und den um sie zentrierten Diskursen eine „Soziogeografie der Avantgarden“ nachzuzeichnen.
PROGRAMM
Fr, May 27
Central/Eastern European avant-gardes
Moderation: Sabeth Buchmann & Stephan Schmidt-Wulffen
14.00
Einführung / Introduction
14.15
Krisztina Passuth
Theater and Utopia: On the MA-Issue “Music and Theater”and the International Exhibition of New Theater Technology”
15.45
Karel Srp
The Society of the Future
17.30
Margarita Tupitsyn
Media Fever
19.00
Barbara Piwowarska
Footnote 5: Screening Space
Sat, May 28
Non-European avant-gardes
Moderation: Christian Kravagna & Florian Pumhösl
14.00
Einführung / Introduction
14.15
Michael Asbury
Modernismo in São Paulo and L’Esprit Nouveau in Paris
15.45
Viktoria Schmidt-Linsenhoff
Il y a aux Antilles un vide culturel
The Periodical Tropiques (Martinique 1941–45)
17.30
Richard J. Powell
Ethiopia Awakened, Harlem Sublimated



