Malerei und Affekt
MUMOK Auditorium
Jeweils dienstags 19.00 Uhr
Eintritt frei
Konzipiert von Gregg Bordowitz und Achim Hochdörfer
Affekte haben ihren Ursprung in den physiologischen Zuständen, die wir als Kleinkinder erfahren. Sie sind die 'primitiven Emotionen', die von der Sprache eingefangen und als Gefühle kodifiziert werden. Die grundlegenden Zustände verschwinden im Zuge dieses Prozesses nicht einfach, sondern sie bilden weiterhin das unbewusste Fundament unseres emotionalen Lebens. Insofern führt das Studium von Affekten zu der Frage, wie Emotionen kollektiv produziert und wie sie von der Kunst verkörpert und ausgelöst werden. Die aktuelle Auseinandersetzung mit Affekten fällt mit einem revitalisierten Interesse am Medium Malerei zusammen. Bekannte, aber ungelöste Streitfragen - wie können Emotionen künstlerisch artikuliert werden? - tauchen heute mit neuer Dringlichkeit auf.
Keine der existierenden Theorien vermag dabei die Spezifik und Intensität zu erklären, mit der Malerei emotionale Erfahrungen vermittelt. Eine populäre Deutung geht davon aus, dass die jeweiligen Affekte des/der Malers/in sich in dynamisch gesetzten Pinselstrichen verdichtet. Die so gespeicherten Energien werden gewissermaßen durch das Medium selbst zum/zur Betrachter/in weitergeleitet. Diese Deutung wurde zumeist als mystifizierend, magisch, ja alchemistisch kritisiert. Die Kritiker/innen argumentieren, dass ein Gefühlsausdruck nicht ohne eine Vermittlungsinstanz zwischen Sender und Empfänger auskommt. Zahlreiche Faktoren spielen eine Rolle in der Rezeption von Malerei, der Markt ebenso wie Ideologie. Unsere emotionalen Reaktionen beim Betrachten von Bildern sind demnach lediglich strukturelle Effekte des uns umgebenden Ausstellungsapparates.
Malerei und Affekt versucht in einer Serie von KünstlerInnengesprächen diese beiden entgegengesetzten Sichtweisen aufeinander zu beziehen. Ausgangspunkt ist dabei die Überlegung, dass wir etwas Wesentliches verlieren, wenn wir die Spannung und Erregtheit, die sich zwischen Maler/in und Betrachter/in einstellt, als einen bloßen Markteffekt verbuchen. Inwiefern können Bilder dagegen Vehikel für emotionale Intensitäten sowohl auf der Produktions- wie auf der Rezeptionsseite sein? Und wie kann die Praxis von Malerei etwas zur sozialen Produktion von Emotionen beitragen?
16.10.
Gregg Bordowitz
Painting, Belief and Morality
Einführungsvortrag: Gregg Bordowitz
23.10.
Alfred Leslie ABGESAGT!
Moderation: Achim Hochdörfer.
Ersatzprogramm: Präsentation früher Filme von Alfred Leslie: Pull my daisy (Robert Frank, Alfred Leslie, 1959). The Last Clean Shirt (Alfred Leslie, Frank O’Hara 1964)
30.10.
Maria Lassnig ABGESAGT!
Moderation (de): Wolfgang Drechsler
06.11.
Jack Whitten
Moderation: Gregg Bordowitz
13.11.
Amy Sillman
Moderation: Gregg Bordowitz
20.11.
Jutta Koether, Sadie Benning
Moderation: Gregg Bordowitz
27.11.
Rafal Bujnowski
Moderation: Rainer Fuchs
04.12.
David Reed, Heimo Zobernig
Moderation: Martin Prinzhorn
11.12.
Glenn Ligon, Elke Krystufek
Moderation: Gregg Bordowitz



