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Colonial Spectres

A Moving Pictures Blues Kuratiert von Christian Kravagna 24. / 31.10., 07. / 14.11.2012

Ort: mumok kino

jeweils 19.00 Uhr
Tickets € 6.- / erm. € 4,50

Die kolonialen Geister treiben ihr Unwesen in Sprache und öffentlichen Bildwelten, sie haben sich in Landschaften eingenistet und spuken in der Theoriebildung. Nehmen wir zum Beispiel Roland Barthes. Die helle Kammer, sein Spätwerk zur Theorie der Fotografie, ist voll von Bildern aus kolonialen Zusammenhängen, obwohl der Text in keiner Weise vom Kolonialismus handelt. Vincent Meessen verfolgt in Vita Nova Barthes’ Verbindungen in das koloniale Westafrika, während er zugleich der Figur des salutierenden afrikanischen Kindersoldaten aus Barthes’ Mythen des Alltags nachspürt.
Das Programm Colonial Spectres geht von neueren künstlerisch-filmischen Untersuchungen und Re-Imaginationen kolonialer Konstellationen aus. Diese Arbeiten werden in Beziehung gesetzt zu früheren filmischen Projekten (1920er-1970er Jahre) des kritischen Durchquerens von Repräsentationssystemen und Geschlechterordnungen in ihrer Verschränkung mit kolonialen und neokolonialen Weltordnungen. Charakteristisch für die meisten der präsentierten Filme ist ihre Verweigerung einer Trennung von Analyse und Kritik auf der einen und von Pathos, Leidenschaft und Übertreibung auf der anderen Seite.

Die vier Abende von Colonial Spectres setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Fokussiert Histories of the Colonial auf die ästhetisch-methodische Diversität künstlerischer Vergegenwärtigung solcher Geschichten, nimmt Studies in Locomotion das scheinbar partikulare Problem der Darstellung von Bewegung menschlicher Körper in den Blick - mit einer Transformation von kolonialwissenschaftlichen Gehstudien zu postkolonialen Studien der Migration.
Ein dritter Schwerpunkt liegt mit Landscape and Power auf dem Politischen der Landschaft und auf dem Setting von Sprache und Erzählung, während sich das Schlusskapitel Travel in Ethno-Space für bestimmte Filmgenres als kinematische Manifestationen imperialer Raumpolitiken interessiert, die in den gezeigten Filmen gleichermaßen durcheinandergebracht wie mit Gegenimperialismen konfrontiert werden.

Christian Kravagna lebt in Wien.
Er ist Kunsthistoriker, Kritiker und Kurator und lehrt Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Programm

24.10.
Histories of the Colonial

31.10.
Studies in Locomotion (Mind the Gaze)

07.11.
Landscape and Power

14.11.
Travel in Ethno Space