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Einseitig perforiert, ...

Einseitig perforiert, schmaler Steg. Filme auf 16 mm 06.12.-18.12.2005

MUMOK Factory
Eintritt frei

Ausgewählt und vorgestellt von Antje Ehmann und Harun Farocki

Das Format 16 mm kam Ende der 20er Jahre auf den Markt. Es trug zunächst den Namen 'Schmalfilm', was wie eine Herabsetzung klingt. Es sollte ein Format für Amateure werden, aber dafür war es zu teuer. Es wurde höchstens ein Luxusamateurformat und das Format für Halbprofessionelle, auch das eine Herabsetzung. Schon vor dem Krieg machten Regisseure ihren ersten Film mit eigenen Mitteln auf 16 mm, so Willy Zielke und Peter Pewas.

16 mm setzte sich zunächst in Forschung und Lehre durch. Die Schweizer Kamera Bolex war leicht zu bedienen, und es war mit ihr möglich, einfache Zeitrafferaufnahmen zu machen, sogar Trickeffekte. Die Projektoren waren mobil, und das Vorführen konnte ein Assistent oder Lehrer in ein paar Stunden lernen.

Mit dem Fernsehen wurde 16 mm groß. Nicht in den USA und nicht im Ostblock, aber in Westeuropa produzierten die Fernsehanstalten, wenn nicht live gesendet oder über elektronische Kameras im Studio aufgezeichnet wurde, zunehmend auf 16 mm. Den Fernsehleuten kam es oft vor, mit 16-mm-Film näherten sie sich dem Kino an, und es ist gerade die Schwäche fast aller Fernsehästhetik, dass sie ein Ähnlichkeitswettbewerb ist. In Sachen des Dokumentarischen wurden mit 16 mm erstaunliche Dinge getan: War ein Fußballspiel zu Ende, raste ein Motorrad mit den Aufnahmen des Spiels ins Kopierwerk, der Film wurde in Minuten entwickelt, gleich geschnitten und betextet und konnte oft schon gesendet werden, bevor die Zuschauer aus dem Stadion zu Hause waren.

In dem Augenblick, als Videoaufnahmen in hoher Auflösung mit leichten Kameras möglich wurden, ab 1980 spätestens, ging es mit dem 16-mm-Format bergab. 35 mm ist immer noch der Standard. Man spricht von einer Super-8- oder von einer Video-Ästhetik, nicht aber von einer 16-mm-Ästhetik. Dieses Format ist dabei zu verschwinden, ohne dass man ihm nachweint, nicht einmal Flüche werden ihm nachgerufen. Ein Ersatzformat.

Mitte der 60er Jahre kamen geräuscharme und leichte 16-mm-Kameras auf den Markt, so wurde die Aufnahme von lippensynchronem Originalton machbar: Auf einmal war es möglich, informelle Lebensäußerungen in der Wirklichkeit aufzugreifen. Ein Cinéma direct wurde mit dokumentarischen Mitteln umsetzbar, wie es der Neorealismus für den Storyfilm mit Darstellern entworfen hatte. Das war eine kurze Sternstunde, bald gab es aber auch 35-mm-Kameras, die handlich und leise waren.

In unserer Auswahl zeigen wir Filme, die auf 16 mm gedreht wurden - und das nicht im falschen Glauben, das sei das Gleiche wie mit 35 mm. Wir zeigen aus dem deutschen Sprachraum Filme, die nicht vorgeben, Kino zu sein, sondern die sich ihrer Deklassierung bewusst sind und darum auf ein anderes Kino aus sind. Manche mit großem Mut und mit größter Anstrengung, andere in selbstgewisser Abwendung, und manche führen den Klassenkampf im Kostüm des Dandys.

Programm

Di, 06.12. - 19.00 Uhr
Klaus Wyborny
Dämonische Leinwand
BRD 1969/1971, FARBE, 100 MIN

Mi, 07.12. - 19.00 Uhr
Klaus Wildenhahn
Zwischen 3 und 7 Uhr morgens
BRD 1963, S/W, 9 MIN
Klaus Wildenhahn
Heiligabend auf St. Pauli
BRD 1968, S/W, 51 MIN
Helma Sanders-Brahms
Die Maschine
BRD 1972, FARBE, 53 MIN

Do, 08.12. - 19.00 Uhr
Dore O.
Alaska
BRD 1968, FARBE, 18 MIN
Peter Nestler
Von Griechenland
BRD 1965, S/W, 28 MIN
Peter Nestler
Bilder von Vietnam
SCHWEDEN 1972, S/W, 24 MIN
Peter Nestler
Über die Geschichte des Papiers, Teil 1
SCHWEDEN 1972, S/W, 24 MIN

Fr, 09.12. - 19.00 Uhr
Gerd Conradt, Katrin Seybold
Wilde Tiere - Rote Knastwoche
BRD 1970, S/W, 37 MIN
Gerhard Theuring
Leave me alone. Why did you leave America
BRD 1970, FARBE, 128 MIN

Sa, 10.12. - 19.00 Uhr
Hartmut Bitomsky
Johnson & Co. oder der Feldzug gegen die Armut
BRD 1968, S/W, 17 MIN
Helga Reidemeister
Von wegen Schicksal
BRD 1979, S/W, 117 MIN

So, 11.12. - 19.00 Uhr
Marianne Lüdcke, Ingo Kratisch
Die Wollands
BRD 1972, FARBE, 92 MIN
Werner Nekes, Dore O.
Jüm-Jüm
BRD 1967, FARBE, 10 MIN

Di, 13.12. - 19.00 Uhr
Michael Klier
Ferrari
BRD 1964, S/W, 8 MIN
Werner Schroeter
Der Bomberpilot
BRD 1970, FARBE, 65 MIN
Harun Farocki
Der Geschmack des Lebens
BRD 1979, FARBE, 25 MIN

Mi, 14.12. - 19.00 Uhr
Matthias Weiss
Ten Years After
BRD 1970, FARBE, 52 MIN
Clemens Klopfenstein
Geschichte der Nacht
SCHWEIZ 1979, S/W, 60 MIN

Do, 15.12. - 19.00 Uhr
Elfi Mikesch
Ich denke oft an Hawaii
BRD 1978, S/W UND FARBE, 85 MIN
Brigitte Toni Lerch, Benno Trautmann
Der Umsetzer
BRD 1976, S/W, 75 MIN

Fr, 16.12. - 19.00 Uhr
Rosa von Praunheim
Schwestern der Revolution
BRD 1969, FARBE, 20 MIN
Rosa von Praunheim
Nicht der Homosexuelle ist pervers,
sondern die Situation, in der er lebt

BRD 1970, FARBE, 67 MIN
Hellmuth Costard
Besonders wertvoll
BRD 1968, FARBE, 10 MIN

Sa, 17.12. - 19.00 Uhr
Heinz Emigholz
Die Wiese der Sachen
BRD 1974-1987, FARBE, 88 MIN
Werner Schroeter
Willow Springs
BRD 1973, FARBE, 78 MIN

So, 18.12. - 19.00 Uhr
Dominik Graf
Der Fahnder
FOLGE 78: BIS ANS ENDE DER NACHT, DEUTSCHLAND 1992, FARBE, 55 MIN
FOLGE 90: NACHTWACHE, DEUTSCHLAND 1993, FARBE, 55 MIN