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Aktionsraum 1

04.03.-29.05.2011

Eröffnung: 03.03.2011-19.00 Uhr

1969 riefen Eva Madelung (Mäzenin), Peter Nemetschek (Künstler/Fotograf) und Alfred Gulden (Schriftsteller/Filmer) als avantgardistisches Kollektiv in München den Aktionsraum 1 ins Leben. Sie schufen damit einen Raum für junge Künstler, in dem herkömmliche kunstbetriebliche Werk- und Präsentationsformen vermieden werden sollten, um den neuen performativen, institutions- und gesellschaftskritischen Bestrebungen in der Kunst einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt zu ermöglichen.

In einer leer stehenden Fabrikshalle fanden ein Jahr lang mehr als 50 Projekte mit Aktions-, Konzeptkunst und Arte Povera statt. Künstler wie Klaus Rinke, HA Schult, Jochen Gerz, Christian Attersee, Günter Brus, Peter Nemetschek, Hermann Nitsch, Giuseppe Penone, Braco Dimitrijevic, Ben Vautier, Günter Sarée, Luciano Fabro, Stanley Brouwn und die Gruppe OHO erprobten in diesem Vorläufer der heutigen Off-Spaces alternative und innovative Kunstformen. Die Künstlerliste verrät auch den internationalen Stellenwert und die avantgardistische Ausrichtung des Unternehmens. Zu den legendärsten Aktionen gehörten die Zerreißprobe von Günter Brus und das 7. Abreaktionsspiel von Hermann Nitsch.

Der Aktionsraum fungierte auch als Experimentierfeld, in dem das Publikum mit einbezogen, und der Vermittlung von Kunst in Form von Vorträgen und Diskussionen Rechnung getragen wurde. Das Scheitern von Projekten gehörte dabei ebenso zu möglichen neuen Erfahrungen, wie die Ignoranz oder Anfeindung durch Teile der Öffentlichkeit und ihrer Behörden. Von den meist prozesshaften und aktionistischen Arbeiten blieben diverse Dokumente erhalten, die unter anderem die Publikums- und Medienreaktionen widerspiegeln. Das MUMOK zeigt Filme, Plakate, Skizzen, Briefe und Fotografien, die dieses grenzüberschreitende Kapitel der neueren Kunstgeschichte in ihrer inhaltlichen und organisatorischen Komplexität nachzeichnen.

KuratorInnen
Rainer Fuchs, Sophie Haaser