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Esther Stocker

geometrisch betrachtet 01.02.-06.04.0208

Eröffnung: 31.01.2008-19.00 Uhr

Esther Stocker thematisiert und unterläuft in ihren Bildern, Wandmalereien und Rauminstallationen rationale Ordnungsgefüge. Sie konzentriert sich auf Schwarz, Weiß und Grau gehaltene Raster- und Gitterstrukturen als Grundmotive, bestätigt aber nicht deren stringente Logik, sondern schafft durch Brüche, Verschiebungen und Überlagerungen dynamisch offene Systeme voller Spannungen und Widersprüche. So wird nicht nur das Genaue mit dem Ungefähren, bzw. das Berechenbare mit dem Unberechenbaren konfrontiert, sondern es werden auch der Wahrnehmungsprozess und die Position des Betrachters vor dem Bild bzw. im Raum als integrale Bestandteile der Werkbedeutung ins Bewusstsein gehoben.

Stocker dekonstruiert in ihrer Arbeit die Gegenüberstellung von Bild und Raum, von Ordnung und Chaos, von abstrakt und real und führt stattdessen das Relationale und historisch Wandelbare dieser Kriterien und Begriffe vor Augen. Während die Bilder imaginäre Räume mit illusionistischen Anspielungen zeigen, vermitteln die Raumarbeiten dynamisch bildhafte Eindrücke, die sich in wechselnder Blickperspektive immer anders und neu formieren. Malerei wird damit als zwischen Bild und Raum flottierende Technik vorgestellt, deren Fokus immer der interpretierende Blick bleibt.

In der Rauminstallationen im MUMOK finden sich identische weiße Stäbe von quadratischem Querschnitt , die in gleichen Abständen an Boden, Wänden und Decke innerhalb des schwarz gehaltenen Raumes montiert sind. Während sich dessen Grenzen in der ungreifbaren Dunkelheit zu verlieren scheinen, treten die weißen Stabformen als metrische, raumbeschreibende Markierungen hervor. Man findet sich inmitten eines klar strukturierten Bildraumes, dessen Erscheinung durch die eigene Bewegung und Blickführung unaufhörlich verändert wird und dessen Komplexität und Variabilität sich als abwechslungsreiches Seherlebnis erschließt. Als Betrachter im 'Bild' ist man zugleich auch eines seiner Motive im Blick der anderen. Während die unverrückbaren Stäbe immer anders zur Deckung gelangen, wird das Betrachten oder Lesen von Ordnung als perspektivischer Vorgang im mehrfachem Sinn erfahrbar. Was man vom Raum weiß, deckt sich nicht mit dem, was man gerade von ihm sieht. So wird Ordnung als frei verfügbares Potenzial bestimmt und zugleich eine Kritik an blinder, selbstgefälliger Ordnungsgläubigkeit entworfen.

Kurator
Rainer Fuchs