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Nach Kippenberger

11.06.-31.08.2003

Das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und das Van Abbemuseum Eindhoven zeigen eine umfassende Retrospektive des Werkes von Martin Kippenberger (1953-1997).

Kippenberger hatte zu Lebenzeiten das Image eines exzentrischen, nonkonformistischen Bohemien. Seine eigene Künstlerpersönlichkeit in den Mittelpunkt setzend griff er als Veranstalter, Sammler, Museumsdirektor und Kurator in die 'Dinge, die man auf der Straße sieht' (M. K.) ein und integrierte sie in einem endlosen Kommentar über die Welt in sein Oeuvre.

In allen Schaffensperioden lassen sich Werke in Anlehnung an gemalte, konstruierte, verhinderte oder vorgegaukelte Architekturen verfolgen. Sie finden sich in den großen Serien der Selbstporträts, in der Malerei der achtziger Jahre ebenso wie in Skulpturen und Installationen, in denen er seine eigene Person oft in eine symbiotische Einheit mit dem Werk setzte.

Tektonische Prinzipien bilden ein Leit- bzw. Rahmenmotiv der Ausstellung, in der Kippenberger nicht nur als Maler gezeigt wird, sondern als Künstler, der seine Ideen medienübergreifend auf konzeptuelle Weise verfolgt. Hier wird die ständige Auseinandersetzung Kippenbergers mit seinem künstlerischen Umfeld, mit aktuellen Themen aus Kultur, Geschichte und Politik verfolgt. So zeigt das MUMOK die frühe, 1976 in Florenz entstandene Serie Uno di Voi, un Tedesco in Firenze, bis hin zu seinen letzten Arbeiten, wie das Spiderman-Atelier oder die U-Bahn-Vernetzung METRO-Net World Connection. Darüber hinaus werden erstmals Teile der Installation Tiefes Kehlchen ausgestellt, die Kippenberger 1991 im Rahmen der Projektreihe Topographie. Sachdienliche Hinweise für die Wiener Festwochen in einem im Bau befindlichen Tunnel der U3 realisierte. Diese Arbeit gilt heute als eines seiner Hauptwerke.

Nach Kippenberger zeigt nicht ein Künstlerphänomen, das mit soziologischen Aspekten oder dem allgemein wiedererwachten Interesse an Malerei in den achtziger Jahren erklärt werden kann. Aus der historischer Distanz verweist die Ausstellung vielmehr auf die klaren konzeptuellen Strategien des Künstlers.

Kuratorin
Susanne Neuburger