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  • André Masson

Oiseaux

Vögel

1927
Tempera, Sand, Leim auf Leinwand
33,00 cm x 19,00 cm x 2,00 cm
erworben/acquired in 1966
Inventarnummer: B 125/0

Der eigenwillige Surrealist Andre Masson entdeckt 1927 an der südfranzösischen Küste die Möglichkeit Sand als kunstfernes Material ins Bild zu integrieren. „Ich empfand die Notwendigkeit der Sandbilder, als mit der Unterschied zwischen meinen Zeichnungen und meinen Ölbildern bewusst wurde. Der Abstand zwischen der Spontanität der blitzartigen Geschwindigkeit der Ersten und der unseligen Reflexion in den Letzten.“ Masson spielt hier auf die zentrale Methode des Surrealismus an: Das automatische Schreiben, beziehungsweise Zeichnen, bei dem unter Ausschaltung kontrollierender Vernunft „automatisch“ niedergeschrieben wird, was das Unterbewusstsein diktiert. Mit den Sandbildern verwirklicht Masson einen halbautomatischen Gestaltungsprozess, der an unserem Beispiel mit dem Titel „Die Vögel“ nachvollziehbar wird. Mit impulsiver Handbewegung trägt er Klebstoff instinktiv auf, wobei Tropfspuren und Verdickungen gleichermaßen zugelassen werden. Darüber streut er grobkörnigen und feinen Sand, wodurch eine unebene Textur entsteht, die an eine verputzte Mauer erinnert. Das eröffnete Assoziationspotential leitet die zweite Etappe ein, in der Masson mit flüssiger Malfarbe nun die eine oder andere Spur zieht, nun bewusst nach ästhetischen Kriterien. Wenngleich das kalligrafische Liniengewirr auf den ersten Blick scheinbar abstrakt wirkt evozieren dennoch die freien und ungezwungenen Linienbewegungen vor blauem Hintergrund den Flug der Vögel im Himmel.