Július Koller

One Man Anti Show


Freitag, 25. November 2016 bis Montag, 17. April 2017
  • facebook
  • twitter

Július Koller (1939–2007) ist eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten Osteuropas seit den 1960er-Jahren, deren Werk von großer internationaler Bedeutung ist. Diese bisher umfassendste Retrospektive des slowakischen Künstlers dokumentiert seinen eigenständigen Beitrag zur Neoavantgarde anhand einer grundlegenden Aufarbeitung künstlerischer und archivalischer Materialien.
Kollers Werk entwickelt sich in kritischer Distanz zur kommunistischen Herrschaft und deren offizieller Kunst, stellt aber auch Traditionen der Moderne und Konventionen des westlichen Kunstbetriebes infrage. Seit Mitte der 1960er-Jahre gestaltet er mit Antihappenings und Antibildern ein von spielerischer Ironie und Skepsis geprägtes Werk, das mit dadaistischem Gespür seine radikal-skeptische Haltung mit innovativen Ansätzen verbindet. So malt er Objekt-Bilder in weißer Latexfarbe und Bilder mit dem Motiv des Fragezeichens, das zum universellen Symbol seiner Alltags- und Realitätsbefragung wird.
Im Tennis- und Tischtennisspiel als einer partizipativen Kunstform veknüpft Koller Sport mit politischem Statement, indem der das Einhalten von Regeln und Fair Play als Basis gesellschaftlichen Handelns einklagt. Nach der Zerschlagung des Prager Frühlings beginnt der Künstler seine U.F.O.naut-Serien, um der Realität „kulturelle Situationen“ und Utopien einer neuen, kosmohumanistischen Kultur und Zukunft gegenüberzustellen.


Kuratiert von Daniel Grúň, Kathrin Rhomberg und Georg Schöllhammer

Ausstellungsarchitektur von Hermann Czech

Künstlerische Gestaltung des Archivraumes von Johannes Porsch

Eine thematische Auswahl aus der Retrospektive war von 25. September 2015 bis 11. Januar 2016 im Museum moderner Kunst Warschau zu sehen.

Ausstellungstickets: € 11,– / 8,50 / 7,50

Begleitprogramm

Publikation zur Ausstellung