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Martin Beck

rumors and murmurs

Donnerstag, 23. März 2017

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Ab 6. Mai 2017 zeigt das mumok eine umfassende Personale des in New York und Wien lebenden Künstlers Martin Beck. Neben ausgewählten Werken der letzten zehn Jahre, die sich mit Fragen des Displays, also der Zeigestrategien, der Erinnerung, Kollektivität sowie mit den Themen Bildgebung und Bildfindung beschäftigen, beinhaltet die Schau mehrere neue, eigens für diesen Anlass produzierte Arbeiten. Da Installations- und Displaystrategien eine wesentliche Rolle für Martin Becks künstlerisches Schaffen spielen, zeichnet er selbst maßgeblich für die Gestaltung der Ausstellung verantwortlich. Präsentiert werden Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Zeichnungen, Bücher wie auch räumliche Interventionen in den Ausstellungsort.

Ein wesentlicher Werkkomplex von Martin Beck, der zugleich die frühesten in der Ausstellung vertretenen Werke umfasst, bezieht sich auf moderne Ausstellungssysteme und deren Verhältnis zu Fragen von Ermächtigung und Kontrolle.

Ein weiteres zentrales Werk Becks, das sich mit Fragen der Geschichtlichkeit und des Displays auseinandersetzt, ist rumors and murmurs (Polygon) (2012). Dieses geradezu malerische Stoffelement bedeckt eine ganze Ausstellungswand und ist zugleich ein autonomes Kunstwerk, eine architektonische Intervention und ein funktionales Objekt.

In Martin Becks Arbeiten, die sich von Anfang an durch konzeptuelle Strenge und Sparsamkeit der Mittel ausgezeichnet haben, spielen in jüngerer Zeit Körperlichkeit und Emotionalität eine immer gewichtigere Rolle. Im Mittelpunkt seines Projekts Last Night (ab 2013) steht die letzte Nacht der legendären Dance-Party The Loft in der New Yorker Prince Street von 1984. Den ersten Teil von Last Night bildet ein Buch, das detaillierte Angaben zur Musik während der 13-stündigen Party liefert. Last Night überlagert Struktur mit Leidenschaft (und umgekehrt) und verweist auf einen zeitlich und räumlich ephemeren Ort der Gemeinschaft und Emotion. Einen weiteren Teil dieses Werkkomplexes bildet ein über dreizehn Stunden langer gleichnamiger Film, der in unterschiedlichen Einstellungen wiedergibt, wie die im bei der Party gespielten Schallplatten in einem privaten Setting auf einem Plattenspieler aus der Zeit abgespielt werden. 

Zudem werden in rumors and murmurs Serien aus einer jüngeren Werkgruppe Becks namens Flowers (2015) gezeigt werden: Fotografien, die eine ältere Floristin dabei zeigen, wie sie einen eindrucksvollen Blumenstrauß zusammenstellt und auseinandernimmt. Für die ursprüngliche Präsentation dieser Arbeiten in New York kombinierte Beck die Fotografien aus Flowers mit 183 x 113 (2014), einer Skulptur aus rostfreiem Stahl, und all that is left (2015), einer Wandskulptur mit blauem Farbverlauf, sowie der Videoarbeit Strategy Notebook (2015). Gemeinsam bildeten diese verschiedenen Elemente eine Umgebung, die unternehmerische Atmosphärenbildung mit elegischer Vanitas konfrontierte.