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Peter Kogler


Freitag, 31. Oktober 2008 bis Sonntag, 01. Februar 2009

Peter Kogler (geb. 1959) zählt zu den international erfolgreichsten österreichischen Künstlern. Das MUMOK präsentierte 2008 das umfassende Oeuvre des zweifachen Documentateilnehmers in einer groß angelegten Werkschau mit über 100 Arbeiten von 1979 bis heute.
 
Kogler hat seit Beginn der 1980er-Jahre die Medien- und Computertechnologie zur Grundlage seiner installativen Werke gemacht und sich damit vom Mainstream der zeitgenössischen neuen wilden Malerei abgesetzt, indem er den Perfektionismus neuer Technologien mit körperlichen und organischen Motiven konfrontiert und verknüpft. Die Ameise, das Gehirn, die Ratte oder die Röhre als einfache Grundmodule sind in ihrer seriellen Vervielfachung dabei zu prägnanten Erkennungsmerkmalen seiner Arbeiten geworden. Das Kunstwerk ist nicht länger nur Objekt an der Wand, sondern Architektur und öffentlicher Raum wird zum Träger eindrucksvoller raumgreifender Arbeiten: So verwandelt der Künstler Galerien und Museumsräume, aber auch Bahnhofshallen oder öffentliche Plätze in virtuelle Labyrinthe mit teils end- und bodenlosen Raumfluchten, die sich wie in der zentralen Installation der Ausstellung dynamisch zu verändern schienen und den BesucherInnen eine neue Raumwahrnehmung ermöglichten.
 
Die Ausstellung zeigte erstmals die Beziehung zwischen Koglers Frühwerk und seinen jüngsten Installationen. In den Kartonarbeiten aus den 1980er-Jahren findet der Künstler, angeregt von Filmklassikern der Moderne, zu einer Gestaltungsweise, die Figur und Raum objekthaft miteinander verknüpft. Die sich wiederholenden, musterartig strukturierten Bildmotive nehmen in ihrer schattenhaften Erscheinung bereits die omputergenerierten Arbeiten voraus, in denen sich die Identität und Individualität des Menschen in rasterartig anonymen Porträts verformt und verflüchtigt.


Kuratiert von Edelbert Köb & Rainer Fuchs

Publikation zur Ausstellung