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55 Dates

Highlights aus der mumok Sammlung


Freitag, 06. Juli 2018 bis Sonntag, 03. Februar 2019

Seit der Gründung der mumok Sammlung im Jahre 1959 hat das Museum ungefähr 10 000 Werke von etwa 1 600 Künstlerinnen und Künstlern zusammengetragen.
55 Dates lädt zur Begegnung mit 55 dieser Arbeiten, zu „Blind Dates“ mit der Kunst. Ein erstes Aufeinandertreffen, ein visuelles Abtasten erfolgt beim Durchblättern der Publikation 55 Dates, die als Ausstellung im Hardcover verstanden werden will. Erst später findet das physische Erlebnis statt, das auf der Beziehung zwischen Objekt und Betrachter_in im Raum beruht. So wird die herkömmliche Abfolge radikal verkehrt und nicht ein Katalog zur Begleitung einer Ausstellung entwickelt, sondern vielmehr eine Ausstellung aus einem Katalog.
55 Dates ist kein gewöhnlicher Sammlungskatalog, werden doch die Objekte von Jakob Lena Knebl auf eine expressiv-sinnliche Weise in Szene gesetzt, welche die Lust am Sehen, am Entdecken sowie an der körperlichen Begegnung spielerisch transformiert. Die Werke werden aus ihrer kunsthistorischen Verankerung gelöst und nicht mehr als dokumentarische Beispiele einer Sammlungsgeschichte betrachtet, sondern als auratische Objekte mit je individueller Wirkkraft.

55 Dates ist aber auch eine Sammlungsausstellung, welche die Begegnung mit den Objekten von der Zweidimensionalität des Buches in den Ausstellungsraum überführt und das papierene Universum dreidimensionale Wirklichkeit werden lässt. Hier werden Kunstwerke präsentiert, die anstelle eines klassischen Blicks auf die Kunstgeschichte ein vielfältiges Nebeneinander von Denkweisen, Themen und künstlerischen Medien vorführen. Die Auswahl der gezeigten Werke spannt einen Bogen von Paul Klee, Giacomo Balla, Pablo Picasso bis hin zu Andy Warhol und vereint im Ausstellungsraum so unterschiedliche Positionen wie Anna Artaker, Cosima von Bonin, Günter Brus, Friedl Dicker, VALIE EXPORT, Marta Hoepffner, Ed Paschke u. v. m.

55 Dates präsentiert eine Mischung aus individuellen Vorlieben und Interessen, aus Bekanntem und weniger Bekanntem, zeigt Künstler_innen, die in die Kunstgeschichte eingegangen sind, sowie andere, die es noch zu entdecken gilt. Publikation und Ausstellung führen vor Augen, dass Kunstgeschichte keine objektive Erzählung ist, sondern durch ihre Protagonist_innen gelenkt und beeinflusst wird. Genauso wenig wie beide Medien die mumok Sammlung in ihrer Gesamtheit abbilden, entsprechen sie konventionellen Erwartungshaltungen an eine lexikalische Überblickssammlung zum 20. und 21. Jahrhundert.


Kuratiert von Susanne Neuburger und Jörg Wolfert

Ausstellungstickets: € 12,– / 9,– / 8,–